Sparmaßnahmen "Süddeutsche Zeitung" verzichtet auf Berlin-Seite

Schon seit vergangener Woche ging das Gerücht um, der Verlag der "Süddeutschen Zeitung" werde die Berliner Lokalredaktion schließen. Am Mittwochmorgen bekamen die zuständigen Redakteure die offizielle Bestätigung auf den Tisch, ab Montag wird es die Hauptstadt-Seite nicht mehr geben.


Ab Montag ohne Berlin-Seite: Die "Süddeutsche Zeitung"

Ab Montag ohne Berlin-Seite: Die "Süddeutsche Zeitung"

Berlin - Selbstdarstellung und Realität klaffen bei der "Süddeutschen Zeitung" zurzeit weit auseinander. Ihren Lesern teilte die Zeitung am Mittwoch auf der Seite zwei stolz mit, dass die "SZ" ihre Marktführerschaft weiter ausgebaut habe. Doch einen Teilmarkt gibt der Verlag jetzt auf. Am selben Tag wurde sechs Redakteuren und einem Pauschalisten in Berlin mitgeteilt, dass die "Berlin-Seite" in Zukunft nicht mehr erscheinen werde. Was am Wochenende noch als Gerücht galt, ist nun Realität: Die "SZ" schafft die Berliner Seite ab.

Schon ab dem kommenden Montag wird die Hauptstadt-Seite im ersten Teil der überregionalen Zeitung nicht mehr erscheinen. Aus der Redaktion hieß es, man werde noch bis Samstag arbeiten. Offenbar begründen die "SZ"-Chefs ihre Entscheidung als betriebsbedingte Kündigungen. Ob die Mitarbeiter gegen die noch ausstehenden Kündigungen klagen werden, ist noch unklar. Das jetzt beendete Projekt einer Seite aus der Hauptstadt ist der zweite grobe Einschnitt bei der "Süddeutschen", die erst kürzlich die wöchentlich erschienene Jugendbeilage "jetzt" eingestellt hat. Kurz zuvor hatte auch die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ihren Hauptstadtteil geschlossen und mehrere Redakteure auf die Straße gesetzt.

Matthias Gebauer



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.