Ende eines Kultmagazins Aus für "Spex"

Fast 40 Jahre hat das "Spex"-Magazin in seinen Geschichten Pop mit gesellschaftlichen Entwicklungen verwoben, schrägen, unterdrückten und versponnenen Ideen Raum gegeben. Ende des Jahres ist damit Schluss.

"SPEX"-Chefredakteur Daniel Gerhardt
Spex/ Daniel Gerhardt

"SPEX"-Chefredakteur Daniel Gerhardt


Wenn am 27. Dezember die 384. Ausgabe von "Spex", dem Magazin für Popkultur, erscheint, wird es nicht nur die letzte des Jahres sein, sondern auch die letzte in der 38-jährigen Geschichte der Zeitschrift. "Dann erscheinen noch einmal 116 Seiten über den Pop, der unser Leben prägt, die Gesellschaft, die es uns vermiesen will und mögliche Wege, die aus diesem Dilemma herausführen könnten. Danach ist Schluss", schreibt Chefredakteur Daniel Gerhardt in seinem Editorial der vorletzten Ausgabe.

Das Aus des alle zwei Monate in Berlin erscheinenden Magazins erklärt Gerhardt nicht nur mit den wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen sich immer mehr Anzeigenkunden aus dem Printmedien zurückziehen. Es sei auch das veränderte Nutzungsverhalten des popinteressierten Publikums. Lange sei es Aufgabe der Popjournalisten gewesen, dem Leser einen Überblick über die unglaublich große Menge an neuen Alben, Büchern, Serien, Ausstellungen und Künstlern zu verschaffen. Mit Aufkommen der ständigen Verfügbarkeit von News, Musik und Kunst habe sich diese "Gatekeeperfunktion von Popjournalisten" inzwischen erledigt.

brs



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