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19. Juni 2012, 16:23 Uhr

Ein-Mann-Show

Spike Lee bringt Mike Tyson an den Broadway

Im Ring waren sie stets zu dritt, auf der Bühne steht er nun allein: Ex-Box-Champ Mike Tyson tritt mit einer Ein-Mann-Show am Broadway auf. Dort will er unter der Regie von Spike Lee das Auf und Ab seines Lebens ausbreiten. Regisseur-Altmeister Lee verspricht einen schmutzigen Abend.

Hamburg/New York - In den besten Zeiten seiner Boxkarriere ging er nur selten auf die Bretter - jetzt betritt Mike Tyson aus eigenen Stücken die Bühnenbretter auf dem Broadway: Wie der "Hollywood Reporter" berichtet, sind sechs Aufführungen der Ein-Mann-Show "Mike Tyson: Undisputed Truth" am New Yorker Longacre Theater geplant. Regie führt kein Geringerer als Spike Lee ("Malcolm X").

Der 46-Jährige Tyson will auf der Bühne schonungslos sein wechselvolles Leben Revue passieren lassen. Der einst jüngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte war einer der erfolgreichsten Boxer aller Zeiten. Schon mit 21 trug er die Titel der drei großen Verbände, war der "Undisputed Heavyweight Champion". Aber in dem Stück, das unter anderem von Tysons Frau Kiki geschrieben wurde, soll es auch um die Drogenprobleme des Sportlers gehen, um persönliche und berufliche Krisen sowie seinen dreijährigen Gefängnisaufenthalt in den neunziger Jahren. "Ich bin sehr verwundbar. Ich will den Leuten erzählen, wer ich bin, wo ich herkomme und wie alles passiert ist", sagte "Iron Mike".

Schon im April führte Tyson sein Stück in Las Vegas auf, für die überarbeitete Version zeichnet nun Regisseur Spike Lee verantwortlich, für den es ebenfalls der erste Gehversuch am Broadway ist. "Es ist eine Ehre für mich, gemeinsam unser Broadway-Debüt zu geben", sagte Lee und versprach eine rohe und schmutzige Show. Beide sind im New Yorker Stadtteil Brooklyn aufgewachsen.

Auch Tyson freue sich auf die Zusammenarbeit: "Da ich in Brooklyn geboren und aufgewachsen bin, ist es für mich besonders wichtig, die Höhen und Tiefen meines Lebens mit New York zu teilen."

Dass Tyson sich selbst spielen kann, bewies der Ex-Boxer, der einst Evander Holyfield das Ohr abkaute, bereits in den beiden "Hangover"-Filmen. Außerdem war er in einer US-Doku-Reihe bei seiner größten Leidenschaft, dem Taubenzüchten, zu sehen.

seh/dpa/sid

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