Spott über Bundespräsidenten Neues Verb "wulffen" entstanden

Haben Sie heute schon gewulfft? Oder wurden Sie selbst gar gewulfft? Im Zuge der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff und seine umstrittene Kommunikationsstrategie ist ein neues Wort entstanden: "wulffen". Doch nicht nur das: Es hat sogar zwei verschiedene Bedeutungen.

Bundespräsident Wulff: Er hat bereits "Bild"-Chef Diekmann "gewulfft"
DPA

Bundespräsident Wulff: Er hat bereits "Bild"-Chef Diekmann "gewulfft"


Dortmund - Die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff hat zumindest eine konkrete Folge: Mit ihr ist ein neues Verb in der deutschen Sprache aufgetaucht - "wulffen". "Mittlerweile haben sich zwei Bedeutungen herauskristallisiert", sagte der Sprecher des Vereins Deutsche Sprache, Holger Klatte. So stehe das Verb "wulffen" zum einen für das Vollreden eines Anrufbeantworters.

"Die zweite Variante bedeutet, dass man nicht direkt die Wahrheit sagt, aber auch nicht direkt als Lügner dastehen will", erläuterte der Experte am Mittwoch. "Das heißt, dass man nicht direkt angegriffen werden kann. Aber so richtig vertrauenswürdig ist man trotzdem nicht. Wir werden sehen, ob sich eine Variante durchsetzt."

Die Neuschöpfung habe sich direkt nach dem Fernsehinterview Wulffs in der ersten Januarwoche ausgebreitet. "Neu ist diese Form der Wortbildung aber eigentlich nicht", sagte Klatte. "Pasteurisieren, röntgen oder morsen sind teilweise über hundert Jahre alt."

Seit einigen Jahren gebe es im Deutschen aber immer mehr Beispiele für wenig schmeichelhafte Verben, die von Politikernamen abgeleitet würden. "Da kann einem "abwaigeln" einfallen - nach dem früheren Finanzminister Theo Waigel. Das heißt soviel wie abzocken. Relativ neu ist das Verb "guttenbergen" oder "guttenborgen". Die Bedeutung mag jeder selbst herausfinden." Diese Wörter beschrieben "eine bestimmte Eigenschaft oder Verhaltensweise" von Prominenten.

"Die meisten dieser Verben haben nicht lange im Wortgebrauch Bestand", sagte der Sprachpfleger. "Es gab früher auch den Begriff "schrödern" für rüpelhaftes Verhalten. Oder "merkeln", das man mit zögerlichem Handeln verband." Es gebe aber auch Beispiele, dass sich solche Verben halten können. Das gelte etwa für "hartzen", das Empfangen von Arbeitslosengeld II.

"Hartzen" hat sich in der Sprache schon ziemlich breitgemacht und wird wahrscheinlich weiter verwendet werden. Ein anderes Beispiel ist "riestern". Dabei geht es nicht um die Kritik an einer Verhaltensweise, sondern um das Sichern der Altersvorsorge. Hier ist ein sachliches Verb gebildet worden.

hpi/dpa

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CA-Fire 11.01.2012
1. Na ja,
Zitat von sysopHaben Sie heute schon gewulfft?*Oder wurden Sie selbst gar gewulfft? Im Zuge*der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff und seine umstrittene Kommunikationsstrategie ist ein neues Wort entstanden: "wulffen". Doch nicht nur das: Es hat sogar zwei verschiedene Bedeutungen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,808568,00.html
wenn man sonst nichts nachhaltiges hinterlassen kann, ist doch der Begriff "wulffen" schon ganz schön. Hält, glaube ich, abern nur so lange wie im Amt.
hansulrich47 11.01.2012
2. Wenn er
Zitat von sysopHaben Sie heute schon gewulfft?*Oder wurden Sie selbst gar gewulfft? Im Zuge*der Affäre um Bundespräsident Christian Wulff und seine umstrittene Kommunikationsstrategie ist ein neues Wort entstanden: "wulffen". Doch nicht nur das: Es hat sogar zwei verschiedene Bedeutungen. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,808568,00.html
in der deutschen Sprache verewigt werden möchte, muss er bleiben. Wenn er zurücktritt, wird bald keiner mehr wissen, was wulffen ist. Wer schon im Amt nichts bringt, was das Erinnern lohnt, legt vielleicht gerade deshalb großen Wert darauf nicht zurückzutreten! Nur dann erinnern wir uns in 10 Jahren noch ans wulffen!!
msverweigerer 11.01.2012
3.
Ein Verb, das die größte Witzfigur der BRD in den Dreck zieht. Jawohl! Herzog hatte Größe, Rau (den ich selber kennenlernen durfte) hatte Größe, Köhler war ebenso Repräsentant des Volkes und hatte auch Größe. Was hat der Wulff? Ich schäme mich, Bürger des Landes zu sein, das er im Ausland repräsentieren soll.
cassandros 11.01.2012
4. Zum wulffen nach Wulfen
Zitat von msverweigererEin Verb, das die größte Witzfigur der BRD in den Dreck zieht. Jawohl! Herzog hatte Größe, Rau (den ich selber kennenlernen durfte) hatte Größe, Köhler war ebenso Repräsentant des Volkes und hatte auch Größe. Was hat der Wulff? Ich schäme mich, Bürger des Landes zu sein, das er im Ausland repräsentieren soll.
Von wegen Verb! Eine Ortschaft isses: Wulfen (Dorsten) (http://de.wikipedia.org/wiki/Wulfen_%28Dorsten%29)
rübli 11.01.2012
5.
für mich sind Wortschöpfungen wie "wulffeln" oder "guttenbergen" die mit Abstand charmanteste Art unserer Gesellschaft, Verhaltensweisen unserer Politiker im Gesamtkontext zu bewerten. In positiver wie in negativer Form. Darüber, wie das eigene Werturteil unserer o. a. Namenspaten dieser Verben ausfällt, können wir natürlich nur spekulieren ;-)
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