Stadtmagazin: "Prinz" erscheint nur noch online

Internet statt Kiosk: Der "Prinz" wird ab Dezember nicht mehr gedruckt. Das Stadtmagazin soll künftig nur noch im Internet abrufbar sein. Als Grund für die Einstellung der Printausgabe nannte der Hamburger Jahreszeiten Verlag den tiefgreifenden Medienwandel.

Stadtmagazin: "Prinz" stoppt Print Fotos
DPA

Hamburg - Das Stadtmagazin "Prinz" verschwindet aus den Kiosken. Das monatliche Szeneblatt erscheint im Dezember zum letzten Mal als gedruckte Ausgabe. Der Jahreszeiten Verlag (Jalag) will dafür das Internetangebot der Marke ausbauen, wie er am Dienstag in Hamburg ankündigte.

Der Medienwandel verändere den Markt dieser Magazine fundamental, teilte der Geschäftsführer des Verlags, Peter Rensmann, mit. Wurden im Herbst 2010 noch mehr als 180.000 Exemplare verkauft, waren es im Sommer dieses Jahres nur noch 150.000. Der Einzelverkauf hat sich innerhalb der vergangenen zwölf Monate mehr als halbiert.

Das Stadtmagazin wurde 1986 in Bochum gegründet und gehört seit 1989 zum Jalag. Es gibt 13 regionale Ausgaben. "Prinz" informiert über Partys, Events und andere Termine. Der Ableger "Prinz Top Guide" soll weiter als Printausgabe erscheinen.

Die Zukunft der 50 festangestellten Mitarbeiter blieb zunächst unklar. "Prinz"-Verlagsleiter Michael Silvio Kusche versprach, in einem "intensiven Austausch mit den Betriebsräten" alles zu unternehmen, "um für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam sozial ausgewogene Lösungen zu finden".

Im vergangenen Jahr hatte der Verlag versucht, mit einem Relaunch, beigelegten Gutscheinen und einer Ausgabe im kleineren Format das strauchelnde Blatt zu retten. Doch auch diese Maßnahmen blieb ohne Erfolg.

syd/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Logisch!
montaxx 13.11.2012
Dieser Schritt ist logisch und nachvollziehbar.Wenn es eine internetaffine Klientel gibt,dann doch die von derartigen Stadtmagazinen.
2.
BlakesWort 13.11.2012
Nachvollziehbar. Eine Klientel, welche Informationen nur über das Internet bezieht, wird genauso gut über das Internet versorgt. Meist lief es so ab: "Prinz" schauen, etwas interessant finden und im Netz googlen. Die Frage ist nur, ob Prinz genauso viele Redakteure beschäftigen wird, wenn sie zu einer quasi-Werbeplattform verkommen.
3. optional
TheGrinder44 13.11.2012
Ohne pietätlos klingen zu wollen, aber: Der Lauf der Zeit. Keine allzu große Überraschung!
4.
marok 13.11.2012
Gerade dieser Relaunch hatte mich als langjährigen Leser verschreckt. Die Inhalte wurden flacher und erinnerten eher an eine Bravo für ältere mit Partyteil und Datingtipps. Jedenfalls schließe ich mich den anderen Kommentatoren an; ein logischer Schritt. Wobei in der Branche jeder Tod mit Onlinewiedergeburt traurig ist, wird doch Papier in den Händen immer schöner sein...
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