Star-Tenor Opernsänger Luciano Pavarotti gestorben

Luciano Pavarotti ist tot. Der 71-Jährige erlag heute in den frühen Morgenstunden einem Krebsleiden, nachdem sich bereits in der Nacht sein Zustand dramatisch verschlechtert hatte. Pavarotti galt als der populärste und kommerziell erfolgreichste Tenor seiner Generation.


Rom - Luciano Pavarotti starb heute früh in seinem Haus in Modena, teilte seine Managerin Terri Robson mit. Bereits gestern hatten italienische Medien berichtet, die Nieren des 71-Jährigen hätten versagt, er sei nicht mehr bei Bewusstsein.

Angehörige und Freunde hatten sich in Pavarottis Haus versammelt, um bei dem Sänger zu sein, berichtete der TV-Sender Antenna Uno.

Pavarotti war Anfang August mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Dort wurde er in der Krebsabteilung behandelt, bis er am 25. August entlassen wurde.

Im Juli 2006 war Pavarotti in New York wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert worden. Dies zwang ihn, seine Abschiedstournee abzusagen. Er zog sich in seine Villa in Modena zurück und wurde seitdem in der Öffentlichkeit nicht mehr gesehen. Der Italiener, den seine Fans wegen seines scheinbar mühelosen, aber kraftvollen hohen C als "Big C" titulierten, galt als einer der besten Tenöre seiner Generation.

Der am 12. Oktober 1935 in Modena als Sohn eines Bäckers geborene Pavarotti debütierte 1961 als Rudolfo in Puccinis "Bohème", elf Jahre später machte die Aufführung von Donizettis "La Fille du Régiment" an der New Yorker Metropolitan Opera den bereits international gefragten Opernsänger zum Weltstar.

Seine Ansprünge auf das hohe A und sein zu besten Zeiten über zehn Sekunden gehaltenes hohes C machten ihn zum begehrten Stimmakrobaten in jedem großen Opernhaus. An der Met in New York war er im Lauf der Jahrzehnte fast 400 Mal zu hören und zu sehen. Aber der schwergewichtige Tenor sang auch in Fußballstadien und in Parks, zusammen mit Placido Domingo und José Carreras zog er als Mitglied der "Drei Tenöre" im Triumph um den Globus. Mit Popstars wie Sting, Elton John oder Bon Jovi spielte er auch Rock-Pop-Klassik-Platten ein.

Erst am Dienstag war Pavarotti für seine Verdienste um die italienische Kultur eine neu geschaffene Auszeichnung des Kulturministeriums in Rom zugesprochen worden.

anr/bos/pad/AFP/AP/dpa



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lab61, 06.09.2007
1.
Zitat von sysopLuciano Pavarotti ist tot. Lange Zeit beherrschte er mit seiner Ausnahmestimme die Opernbühnen der Welt. War er der größte Tenor des 20. Jahrhunderts?
Gewichtsmässig ganz sicher.
ormandus@gmx.net 06.09.2007
2. es tut mir weh
schade
Klo, 06.09.2007
3.
Zitat von lab61Gewichtsmässig ganz sicher.
Dann wäre Kohl auch der "größte aller Kanzler". Pavarotti gehörte auf jeden Fall zu den besten Sängern unserer Zeit und damit ist es auch gut. In diesen Klassen gibt es keinen "Besten".
Zweischneid, 06.09.2007
4.
Zitat von sysopLuciano Pavarotti ist tot. Lange Zeit beherrschte er mit seiner Ausnahmestimme die Opernbühnen der Welt. War er der größte Tenor des 20. Jahrhunderts?
Eher ein Vorgeschmack auf die Oper des 21. Jahrhunderts..., i.e. schnelle, effiziente vermarktung ausgewählter Opernschnipsel in Youtube- und Superbowlwerbespotfreundlicher Länge ohne die lästigen Anhängsel wie Opernhäuser, Bühnenbilder oder Nebendarstellern die ohne den Celebrity-Rummel (schreck lass nach) vielleicht sogar staatliche Subventionen benötigen könnten.
Tannhaeuser, 06.09.2007
5.
Die Kompetenz des Nachrufschreibers geht schon daraus hervor, daß er ihn nicht "Big P", sondern "Big C" nennt... Den "größten aller Tenöre" - gibt es ihn überhaupt? Solange Pavarotti sich in seinem angestammten Repertoire bewegte (lyrisch mit Steigerungen - Donizetti, Bellini, einiges von Verdi und Puccini), konnte ihm in seinen Glanztagen kaum einer Konkurrenz machen. Die neun hohen C's der "Regimenttochter" sind in die Operngeschichte eingegangen. Daß er auch viel Seichtes trällerte und als Schauspieler kläglich baden ging - Schwamm drüber, das war bei anderen auch nicht besser. Es bleibt ein Mann, der mit seiner "joie de vivre" viel für die Oper getan hat, der als Künstler Bedeutendes geleistet hat und seinen Platz in den Annalen behaupten wird.
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