Stararchitekt Ole Scheeren Herr der Türme

"Bau des Bösen" oder eine "neue Form der Gemeinschaftlichkeit"? Seit der deutsche Architekt Ole Scheeren in Peking lebt und für Chinas Machthaber baut, ist seine Arbeit sehr umstritten. Kein Wunder, denn er stellt nicht nur radikal in Frage, was schön ist - sondern auch, was moralisch richtig ist.

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Von Sebastian Moll


Ole Scheeren gerät nicht leicht aus der Fassung. Wenn der 38-jährige Stararchitekt redet, klingt das meist so, als habe er sehr lange nachgedacht, um möglichst ausgewogen und präzise zu sein, wie bei einer Vorlesung. Eines provoziert den jüngsten Partner in Rem Koolhaas' Architekturgroßkonzern OMA jedoch gewaltig: Wenn man ihm vorwirft, Hofbaumeister von Diktatoren zu sein.

Als "Bau des Bösen" wurde sein Entwurf für das Hauptquartier des chinesischen Staatsfernsehens CCTV bezeichnet, als Glas gewordene Blaupause repressiver Macht, als "Denkmal des babylonischen Größenwahns einer Diktatur".

"Man macht es sich sehr leicht damit", sagt Scheeren. Ihn stört allerdings nicht so sehr der Vorwurf gegen ihn persönlich. Was ihn ärgert, ist das undifferenzierte China-Bild, das darin zum Ausdruck kommt - denn Scheeren versteht sich als leidenschaftlicher Botschafter seines Lebens- und Arbeitsraums.

Seit 2002 lebt Scheeren mit seiner chinesischen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Maggie Cheung, in Peking. Er ist Teil beider Welten, West und Ost, und er empfindet die Missverständnisse zwischen diesen Welten als tragisch. Der gebürtige Karlsruher sieht auf der einen Seite die Angst im Westen vor China, vor der neuen Supermacht, vor dem Sozialismus. Und er versteht auf der anderen Seite die defensive Haltung der Chinesen. Eine unglückliche Konstellation, die ihn schmerzt.

"Aggressive Erhaltung der bestehenden Weltordnung"

Scheerens Faszination reicht 18 Jahre zurück. Als 20jähriger Student reiste er mit dem Rucksack durch China; ein Erlebnis, das ihn wachgerüttelt hat, wie er sagt. Tagelang saß er in Bussen ohne Fenster, übernachtete mit Hunderten auf dem nackten Boden schmuddeliger Schlafsäle. Er musste auf alles verzichten, was man in Europa als selbstverständlich empfindet: "Es war ein Bruch mit allen unseren Vorstellungen davon, wie Zusammenleben funktioniert."

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Stararchitekt Ole Scheeren: Turmbau gegen Babel

Seither stößt es Scheeren ab, wenn der Westen sich als absolut setzt. So wie etwa 2002 in New York, wo OMA im Gespräch war, die Neubebauung von Ground Zero zu leiten. "Es war sehr schnell klar, dass es dort nur darum ging, aggressiv eine bestehende Weltordnung symbolisch zu erhalten." Die Alternative, nach China zu gehen um CCTV zu bauen, erschien ihm wesentlich attraktiver.

Natürlich wusste Scheeren, dass er sich auch in China auf problematische Verhältnisse würde einlassen müssen. Seine Begabung liegt darin, innerhalb enger Begrenzungen Freiheiten zu entdecken, die andere nicht sehen, in dem er eine neue Formensprache wagt. Subtile Subversion betreibt Scheeren da - wenn auch nicht unbedingt auf die Art, die Kritiker im Westen einfordern. Für moralische Eindeutigkeiten ist er einfach nicht der Richtige. Er glaubt fest daran, dass die repressiven Momente des Regimes auf Dauer der Modernisierung nicht standhalten können. "Es gibt Phasen, in denen hier plötzlich allen klar wird, wie weit die Dinge vorangeschritten sind. Dann zieht man sich für eine Weile wieder zurück. Alles ein sehr sensibler Balanceakt", sagt er.

Und so kann man sein CCTV-Projekt wohl auch als Symbol für den Sturm Chinas in die Moderne verstehen. Der Bau ist eine extreme Variation auf das Thema des Glasbüroturms. Der opake Quader ragt nicht einfach nur vertikal in den Himmel, er reizt alle drei Dimensionen aus. Es ist ein 162 Meter hohes Rechteck, das aus der gemeinsamen Ebene verschoben wurde. Die gegenüberliegenden Kanten ragen in die je entgegengesetzte Richtung. Unwirklich sieht dieses Gebilde aus, wie eine Computersimulation - Bauen an den Grenzen der Statik.

SPIEGEL ONLINE: Ist Asien für Sie eine Art architektonisches Labor, wo man Dinge verwirklichen kann, die im Westen nicht mehr gehen?

OLE SCHEEREN: Ich suche zwar neue Möglichkeiten in der Architektur. Aber ich distanziere mich von der Vorstellung, dass Asien ein wildes Experimentierfeld ist. Diese Darstellung hat sich im Westen durchgesetzt, ich finde sie aber sehr verantwortungslos. Wir sind nicht hier, um unsere Phantasien auszuleben. Ich will nicht etwas entwerfen, es dann an lokale Architekten übergeben und mich nicht mehr darum kümmern.

SPIEGEL ONLINE: Könnten Sie sich vorstellen, auch wieder im Westen zu arbeiten?

OLE SCHEEREN: Für mich ist der Standort nicht mehr so entscheidend. Wir haben Jahrzehnte lang von Europa und den USA aus für andere Teile der Welt gearbeitet. Ich könnte mir gut vorstellen, das in Zukunft andersherum zu machen: Asien als kreatives Zentrum zu sehen, von dem aus man über den Rest der Welt nachdenkt - das ist für mich eine sehr interessante Hypothese.

SPIEGEL ONLINE: Fühlen Sie sich in Asien heimisch?

OLE SCHEEREN: Das Gefühl heimisch zu sein ist für mich eigentlich irrelevant. Man kann eines hier nie - sich visuell völlig integrieren. Man sticht immer heraus. Das belässt einen in einer Außenseiterrolle. Es gibt sehr klare Regeln, aber unterhalb derer gibt es ein großes subversives Potential. Ich fühle mich als Teil dessen hier, weil ich das für mich akzeptiert habe und auch weil ich mit der Ambition hierher gekommen bin, mich damit wirklich auseinanderzusetzen und nicht nur durch zu fliegen und Geschäfte zu machen.

Scheeren war schon immer Globalist. Er hat in Lausanne und London studiert, in Deutschland arbeitete er nur kurz. Schon 1995, mit 24, wechselte er nach Rotterdam zu Rem Koolhaas' OMA, um an Projekten in New York, Los Angeles, Shanghai und Seoul zu arbeiten. Deutschland war ihm zu eng, zu konservativ. "Ich hatte eigentlich von Beginn meines Studiums an das Gefühl, dass ich von Deutschland nicht viel zu erwarten habe."

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Stararchitekt Ole Scheeren: Turmbau gegen Babel

Bei Rem Kohlhaas, dessen Firma sich ebenso als Think Tank wie als Architekturbüro versteht, fühlt er sich hingegen aufgehoben. 2002, mit nur 31 Jahren, wurde er Gesellschafter und bekam die Verantwortung für Design und Konstruktion bei dem bis dahin größten Projekt der Firma übertragen, dem CCTV Hauptquartier. Heute hat er 45 Architekten und 120 Ingenieure unter sich und leitet den gesamten asiatischen Raum.

SPIEGEL ONLINE: OMA ist eine riesige Architekturfirma. Wie haben Sie es geschafft, so schnell aufzusteigen?

OLE SCHEEREN: Das sah von Außen viel einfacher und schneller aus, als es das tatsächlich war. Ich arbeite ja schon seit 15 Jahren mit Kohlhaas zusammen. Wir haben so viel miteinander gemacht, dass gegenseitiger Respekt gewachsen ist. So ist für mich ein großes Maß an Unabhängigkeit möglich geworden.

SPIEGEL ONLINE: Wie läuft denn Ihre Zusammenarbeit mit Kohlhaas?

OLE SCHEEREN: Bei CCTV haben wir im ersten Jahr sehr eng zusammen gearbeitet. Ich hatte von Anfang an die Verantwortung, aber es gab auch einen intensiven Austausch. Bei anderen Projekten, wie jetzt dem Maha Nakhon Apartment-Komplex in Bangkok, habe ich volle Gestaltungsfreiheit. Was wir bei OMA allerdings immer tun, ist, uns mehrmals im Jahr zusammenzusetzen und uns alle Projekte auf der ganzen Welt anschauen. Wir diskutieren, wo die Dinge hingehen und was wir darüber denken.

SPIEGEL ONLINE: Also ist eine Art Corporate Identity gewährleistet.

OLE SCHEEREN: Ich mag das Wort nicht. Wir haben kein Interesse daran, in eine Schublade gesteckt zu werden oder uns gar selbst dort hinein zu stecken. Wir sind eher daran interessiert zu fragen, wie sich unsere Identität verändern muss, als wie wir sie bedienen können.

SPIEGEL ONLINE: Wie sinnvoll finden Sie denn das Starachitekten-System, das auf eine Person zugeschnitten ist und zu dem OMA ja auch gehört?

OLE SCHEEREN: Ich denke, die Architektur kämpft damit, dass sie ein grundsätzlich kollaborativer Prozess ist. Alles ist Teamarbeit. Andererseits ist jedoch die kreative Ausrichtung etwas, das sich in bestimmten Personen oder Visionen manifestiert. Außerdem gibt es ein Bedürfnis der Welt, die Dinge zu personifizieren. Das hat positive, aber auch negative Seiten.

SPIEGEL ONLINE: Was ist das Positive daran?

OLE SCHEEREN: Dass man für seine Ideen einsteht. Architektur bewegt sich immer mehr in einer öffentlichen Diskussion und steht damit unter dem Druck, Erklärungen abzugeben und Absichten darzustellen. Das gilt besonders für die Architektur, die wir machen, bei der es nicht nur um Äußerlichkeiten geht. Unsere Bauten sind soziale Gefüge und diese Dinge müssen kommuniziert werden.

Scheeren besteht darauf, mit seiner Arbeit immer auch Raum für soziale Utopien schaffen zu wollen. Bei CCTV ist es der öffentliche Rundweg durch das Gebäude, der das Staatsfernsehen zu einer transparenten Institution machen soll, zu einer Metapher für Offenheit. Und auch sein neuestes Projekt, der Maha Nakhon Apartment-Komplex in Bangkok, behauptet er, entwerfe eine neue Idee des Zusammenlebens.

Das Gebäude ist ein Komplex von Luxusbehausungen, ein 77 Stockwerke hoher Glasturm. Utopisch wird das Gebäude, weil wie bei CCTV das abgenutzte Konzept des monolithischen Wolkenkratzers durchbrochen wird. In diesem Fall wortwörtlich. Aus der Ferne sieht das Hochhaus aus, als hätten es Flugzeuge gerammt und Stücke heraus gebrochen. Die Fassade löst sich plötzlich auf, wird unscharf, wie Pixel auf einem Bildschirm. Die Wohneinheiten sind an diesen Bruchstellen asymmetrisch gegeneinander verschoben. Sie hängen zum Teil frei in der Luft - man bekommt von innen das Gefühl, über der Stadt zu schweben.

"Nicht überschätzen, was Architektur leisten kann"

Dennoch - das Maha Nakhon bleibt bei aller Radikalität der Form ein Wolkenkratzer und eine Wohnlage für die Besserverdienenden. Ist Scheeren also letztlich doch nur ein Dienstleister der Mächtigen, ist das Gerede von der Utopie nur Alibi, die radikalen Formen nur schickes Design?

Scheeren hält solchen Vorwürfen sein "Interlace" Projekt in Singapur entgegen. Es ist eine Wohnkomplex für Menschen mit niedrigen Einkommen am Stadtrand - und es ist kein Turm. Scheeren hat 31 standardisierte Apartmentblocks genommen, 50 mal 60 Meter lange Kästen, und sie wie Lego-Steine zu einer völlig neuartigen, modularen Wohnlandschaft arrangiert. Bis zu drei Stück sind wie gegeneinander verschobene Umzugskisten übereinander gestapelt, das Ganze ist zu einem sechseckigen Komplex mit großzügig begrünten Innenhöfen und tropischen Terrassen arrangiert. "Wir wollten neue Formen der Gemeinschaftlichkeit entwickeln und das haben wir, denke ich, auch erreicht."

Natürlich glaubt auch Scheeren nicht daran, dass er bei allem utopischen Ansinnen mit Architektur die Welt verändern könne: "Man darf nicht überschätzen, was Architektur leisten kann." Er ist sich des engen Rahmens bewusst, in dem sein Fach operiert - egal, ob er von Regierungen vorgegeben ist oder von Bauherren, die ihre kommerziell nutzbare Bruttogeschossfläche maximieren wollen.

Ole Scheeren ist keiner, der mit Gegebenheiten, die ihn einengen, auf frontalen Konfrontationskurs geht. "Wer in China lebt, braucht ein dialektisches Verhältnis zu sich selbst", sagt er. "Man muss nicht nur seinen Kontext, sondern auch sich selbst verändern." Der Satz klingt aus dem Mund des deutschen Architekten wie eine Bestätigung seiner selbst. Ole Scheeren ist in Fernost angekommen.



insgesamt 18 Beiträge
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jocurt1 15.11.2009
1. Hallo Berliner Schloß
Zitat von sysop"Bau des Bösen" oder eine "neue Form der Gemeinschaftlichkeit"? Seit der deutsche Architekt Ole Scheeren in Peking lebt und für Chinas Machthaber baut, ist seine Arbeit sehr umstritten. Kein Wunder, denn er stellt nicht nur radikal in Frage, was schön ist - sondern auch, was moralisch richtig ist. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,660826,00.html
solange so ein ideologischer Mißgriff wie der gefakte und doch recht diktatorisch durcgesetzte Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin möglich ist, fehlt mir der Wille zu jeglicher Kritik an China. Ey, wir sind hier ein kleines zänkisches Bergvolk am Rande des euroasiatischen Kontinents, dass noch im Wald gehaust hat, als es dort schon Paläste und Städte gab, die größer als Rom waren. Nun macht mal halblang !
notty 15.11.2009
2. Der deutsche Neid
Zitat von sysop"Bau des Bösen" oder eine "neue Form der Gemeinschaftlichkeit"? Seit der deutsche Architekt Ole Scheeren in Peking lebt und für Chinas Machthaber baut, ist seine Arbeit sehr umstritten. Kein Wunder, denn er stellt nicht nur radikal in Frage, was schön ist - sondern auch, was moralisch richtig ist. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,660826,00.html
[QUOTE=sysop;4564382]"Bau des Bösen" oder eine "neue Form der Gemeinschaftlichkeit"? Seit der deutsche Architekt Ole Scheeren in Peking lebt und für Chinas Machthaber baut, ist seine Arbeit sehr umstritten. Kein Wunder, denn er stellt nicht nur radikal in Frage, was schön ist - sondern auch, was moralisch richtig ist. Das ist mal wieder typisch deutsch und entspringt, so vermute ich mal, irgendeinem Hirn, das sich mir Neid plagt, weil Scheeren so erfolgreich ist.... Wenn also Bauen in China als "Bau des Boesen" bezeichnet wird, dann muesste man ja alle die Bauten, die in den USA gebaut werden, neuerdings mit "Bau der Gier", in Russland "Bau der Korruption" etc. nennen.... Wie waer's denn dann mit den Bauten in Deutschland? Vorschlag: "Bau des Neides", oder vielleicht noch besser "Bau der Kleinkariertheit/Borniertheit".... Mein Gott Deutschland....
systemfeind 15.11.2009
3. grundsätzlich ...
Zitat von sysop"Bau des Bösen" oder eine "neue Form der Gemeinschaftlichkeit"? Seit der deutsche Architekt Ole Scheeren in Peking lebt und für Chinas Machthaber baut, ist seine Arbeit sehr umstritten. Kein Wunder, denn er stellt nicht nur radikal in Frage, was schön ist - sondern auch, was moralisch richtig ist. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,660826,00.html
... ist es völlig in Ordnung für autoritäre Demokratien zu arbeiten ; ganz wichtig ist die Einsicht der Europäer : In China kommen die Dinge in Bewegung ; jede Woche ein neues Kohlekraftwerk , jeden Tag neue Eisenbahntrassen und neue Fabriken . Jeder an seiner Stelle erarbeitet seinen Wohlstand , die Straßen sind sauber und die innere Sicherheit gewährleistet . Konfuzius funktioniert , weinerlicher post-Protestantismus und Kirchentagsromantik funktionieren nicht . Wirklich erfreulich ist die Erkenntnis , daß weder ein spd Parteitag noch ein Sarko irgendetwas an der derzeitigen Entwicklung ändern kann . Der stahlharte proto-Manchesterkapitalismus setzt sich gegen die Habermasse durch , China erzwingt eine Neuausrichtung der europäischen Politik und die usa überlegen sich ernsthaft ob sie sich mit China lieber arrangieren . Das Modell der westeuropäischen Demokratie ist ein Auslaufmodell ; die Zukunft gehört den hochindustrialisierten Polizeistaaten , deutlich weniger Mitsprache für Minderleister , keine Mitsprache für die Masse ; es sind die neuen Regeln für den Menschenpark ( Sloterdijk ) . In zehn Jahren sprechen wir an dieser Stelle über die Klassifizierung der neuen Arten , genau dann wenn auch der spon -Leser begriffen hat worum es im Kern geht . Oswald Spengler hat es gesehen , die Europäer haben es nicht verstanden ; sie zogen es vor sich gegenseitig in einem Weltbürgerkrieg zu zerfleischen ; nun bekommt China seine Chance . Bleibt die Frage wie Japan auf die Entwicklung reagiert . Kommt es zu einer faktischen Allianz zwischen Japan und China wird der asiatische Verfügungsraum komplett ( inkl . Australien ) an die konfuzianisch formatierten Staaten fallen . Die Vormachtstellung der usa im Pazifik wäre dann Geschichte . Konventionelle Kriege kann China gewinnen ; auch mögliche Nuklearschläge der usa einstecken ohne unterzugehen . Der weiße redneck in den usa wird mittelfristig eine Arbeitseinheit der wohlhabenden Asiaten ( Bereich Landwirtschaft ) ; die usa haben kein Konzept um diese Entwicklung abzuwenden , haben sie sich doch die vergangenen 40 Jahre ausschließlich um den NO gekümmert ( die entsprechende Kosten / Nutzenrechnung liefert Maersheimer ). Bleibt die Frage wo der weiße Mann überleben kann . Nur in Russland , Polen und Deutschland .
Antario 15.11.2009
4. Der Albert Speer Komplex mal wieder..
Man kann es den Deutschen nicht verübeln. Auch wenn der Name "Albert Speer" im Artikel nicht einmal gefallen ist, so merkt man förmlich, wie stark seiner "Vorarbeit" hierzulande die Denke belastet, sobald es um Architektur mit vermeintlich politischer Brisanz geht. Ich persönlich finde die Arbeiten von Ole Scheeren zukunftsweisend. Und ich glaube schon, dass er bei seinen Projekten vorrangig seine eigenen Visionen verfolgt und nicht nur die des Bauherren. Und solange man seine individuelle "Handschrift" sichtbar erkennt, egal ob in China oder sonst auf der Welt, sollte er gegen Bezeichnungen wie "Hofbaumeister von Diktatoren" immun sein.
carmafluxus 15.11.2009
5. naja
Zitat von jocurt1solange so ein ideologischer Mißgriff wie der gefakte und doch recht diktatorisch durcgesetzte Wiederaufbau des Stadtschlosses in Berlin möglich ist, fehlt mir der Wille zu jeglicher Kritik an China. Ey, wir sind hier ein kleines zänkisches Bergvolk am Rande des euroasiatischen Kontinents, dass noch im Wald gehaust hat, als es dort schon Paläste und Städte gab, die größer als Rom waren. Nun macht mal halblang !
Wer wann in Wäldern oder Palästen gehaust hat sollte bei der Beurteilung von heutigen Verhältnissen keine Rolle spielen. Ich finde Scheerens Gebäude faszinierend, aber China bleibt ein Unrechtsstaat, mit dem man meiner Meinung nach nicht unbedingt gemeinsame Sache machen muss. Und was das Stadtschloss angeht: Es geht ja nicht um die undemokratische Planung des Projekts, sondern um den Staat drumrum, ihrer Argumentation zufolge also Unterdrückung und Mord auf der einen, dem Stadtschlösschen auf der anderen Seite. Äpfel mit Obstgroßhandelskonzernen verglichen also. Ich glaube nicht der Neid ist typisch für uns Deutsche, sondern der Zwang, pathologisch alle negativen Wesenszüge auf die ganze Nation hochrechnen und als "typisch deutsch" etikettieren zu müssen.
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