Stasi-Vorwürfe Gröllmann war IM und wusste es nicht

Ihr Ex-Mann Ulrich Mühe hatte der Schauspielerin Jenny Gröllmann vorgeworfen, als Inoffizielle Mitarbeiterin (IM) für die Stasi gearbeitet zu haben. Laut Zeitungsberichten wurde Gröllmann tatsächlich als IM geführt, wusste davon aber nichts.


Berlin - Ulrich Mühes Exfrau, die Schauspielerin Jenny Gröllmann hat nichts von ihrer Registrierung als Informelle Mitarbeiterin (IM) der DDR-Staatssicherheit gewusst, sagte Helmut Menge, der früher bei der Stasi für Gröllmann zuständig war, dem Berliner "Tagesspiegel".  Man habe nie eine "Verpflichtung" ausgesprochen, so Menge. "Definitiv" habe Gröllmann nicht gewusst, dass sie als IM geführt worden sei. "Wir haben es ihr nicht gesagt."

Schauspielerin Gröllmann: Nichts gewusst
DPA

Schauspielerin Gröllmann: Nichts gewusst

Zudem habe er ihr nie offenbart , dass er vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) sei, so Menge im "Tagesspiegel". Gröllmann sei in der vom ihm geführten Akte "Grille" und "Jeanne" genannt worden.

Unterdessen soll ein Gutachten des Forschungsverbunds SED-Staat an der Freien Universität Berlin die Echtheit der Stasi-Akte "IM Jeanne" bestätigt haben. "Das vorliegende MfS-Schriftgut verschiedenster Provinienz weist Frau Jenny Gröllmann eindeutig als offizielle Mitarbeiterin aus", heißt es laut einem Vorabbericht des Magazins "Focus" in dem Papier.

Der 62-Jährige Ex-Offizier Menge sagte dem "Tagesspiegel" weiter, dass er Gröllmann immer erklärt habe, er sei von der Kripo und hieße "Helmut Holm". Diese Legende habe er bis zum Schluss beibehalten, aber mittlerweile auch Gröllmanns Anwalt offenbart.

Jenny Gröllmann wehrt sich seit Wochen mit juristischen Mitteln gegen die Behauptung, IM der Stasi gewesen zu sein.  Ihr Ex-Mann Ulrich Mühe hatte im Buch zu dem Stasi-Film "Das Leben der Anderen" geschrieben, er habe "im Nachhinein erfahren, dass meine damalige Frau die ganze Zeit über bei der Staatssicherheit als IM gearbeitet hat." Die Passage musste inzwischen geschwärzt werden.

 anr/ddp



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