In eigener Sache Neue Chefredaktion für die SPIEGEL-Gruppe

Eine gemeinsame Redaktion von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE soll Anfang 2019 unter neuer Leitung starten - Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner werden die Team-Chefredaktion bilden.

Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner (v.l.n.r.)
David Maupilé; DPA/ Michael Kappeler; DER SPIEGEL

Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner (v.l.n.r.)


Sie bereiten die Integration von Print und Online vor: Steffen Klusmann, Barbara Hans und Ullrich Fichtner werden die neue Chefredaktion der SPIEGEL-Gruppe bilden, Klusmann fungiert als Vorsitzender des Teams.

Mit der geplanten Integration der Redaktionen von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE hatte Geschäftsführer Thomas Hass Ende April den nächsten großen Schritt beim Umbau und der Modernisierung der SPIEGEL-Gruppe angekündigt: "Wir wollen in flexiblen Strukturen arbeiten, die es möglich machen, SPIEGEL-Journalismus auch zukünftig in allen Darreichungsformen anzubieten und über alle Medienkanäle zu veröffentlichen, wo unsere Leser und Nutzer ihn erwarten. Die dafür notwendige zentrale Steuerung von Recherchen, Inhalten und Produkten ist nur möglich in und mit einer gemeinsamen Redaktion."

Wesentliche, auch unternehmensrechtliche Voraussetzungen für das Integrationsvorhaben wurden in den vergangenen Wochen geschaffen; dazu gehört nun auch der Beschluss, die Führungsstruktur in einer gemeinsamen SPIEGEL-Redaktion grundlegend zu verändern und insbesondere die Chefredaktion neu aufzustellen. Sie soll sich formieren als ein Team, das die Aufgaben nach fachlichen und funktionalen Aspekten aufteilt, nicht mehr nach Medienkanälen. Ullrich Fichtner, Reporter beim SPIEGEL, Barbara Hans, Chefredakteurin von SPIEGEL ONLINE, und Steffen Klusmann, Chefredakteur des manager magazins, sind berufen worden, dieses neue Team zu bilden, das im Januar 2019 die Leitung der gemeinsamen Redaktion übernehmen wird.

"Ich freue mich sehr, dass drei ausgezeichnete Journalisten dieses Hauses die Verantwortung für die Zusammenführung der beiden großen Redaktionen des SPIEGEL übernehmen. Ullrich Fichtner, Barbara Hans und Steffen Klusmann werden ein starkes Team sein. Sie werden die großen Chancen nutzen, die eine neue Zusammenarbeit von Print und Online bietet, und so maßgeblich dazu beitragen, den SPIEGEL als Leitmarke für exzellenten, unabhängigen, investigativen Journalismus in Deutschland zu stärken", so Thomas Hass.

Das neue Team der Chefredaktion ist verantwortlich für die publizistische Strategie. Es führt die SPIEGEL-Redaktion organisatorisch und mit Stabsbereichen für den Desk-Betrieb (Blattmachen des Magazins, Sitemachen und Nachrichtenplanung bei SPIEGEL ONLINE, Zusammenführung der Planung inklusive SPIEGEL+), für den Change-Prozess und das Redaktionsmanagement. Und es arbeitet eng mit dem Verlag an den Transformationsthemen. Die neue Chefredaktion wird deshalb auch der Unternehmensleitung angehören, die ebenfalls neu aufgestellt wird.

Die neue Unternehmensleitung ist zugeschnitten auf die grundlegende Reform des SPIEGEL als wichtigste Aufgabe der kommenden Jahre. Geschäftsführung und Chefredaktion bearbeiten hier gemeinsam die strategischen Themen, die für die Weiterentwicklung des Hauses von entscheidender Bedeutung sind. Neben Thomas Hass und der neuen Chefredaktion gehören zukünftig mit Felix Blum, Anja zum Hingst und Stefan Ottlitz auch die Verantwortlichen der drei Bereiche Organisationsentwicklung, Markenentwicklung und Kommunikation sowie Produktentwicklung der Unternehmensleitung an.

"Was uns seit 72 Jahren stark macht, ist unsere Unabhängigkeit. Für deren Erhalt müssen sich Chefredaktion und Geschäftsführung gemeinsam engagieren. Wir sind sicher, dass die integrierte SPIEGEL-Redaktion eine wichtige, vielleicht die wichtigste Rahmenbedingung dafür ist. Die neue Zusammenarbeit wird uns helfen, den Erfolg von SPIEGEL+ weiter auszubauen, überzeugende neue Angebote zu entwickeln, neue Erlöse zu erwirtschaften und insgesamt unternehmerisch erfolgreich zu sein. So sichern wir die Zukunft des SPIEGEL, denn nur wenn wir wirtschaftlich unabhängig sind, können wir es auch journalistisch bleiben", sagt Thomas Hass.

In den kommenden Wochen, bis zum geplanten Start des gemeinsamen Betriebs im Januar 2019, wird die designierte Chefredaktion die geplante Redaktionsstruktur ausarbeiten und bei SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE in Ruhe und ausführlich vorstellen. Gemeinsam mit der Geschäftsführung wird sie einen Veränderungsprozess aufsetzen, der sorgfältig gemeinsam mit den Führungskräften und den Betriebsräten vorbereitet und beraten wird. Im Januar 2019 soll die Umsetzung des Projekts beginnen. In der Zeit des Übergangs verantworten die zurzeit amtierenden Chefredaktionen das Blattmachen beim Nachrichten-Magazin und das Sitemachen bei der Nachrichten-Website.

Mit dem bisherigen SPIEGEL-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer werden Gespräche über eine neue Aufgabe beim SPIEGEL geführt. Thomas Hass: "Klaus Brinkbäumer ist seit 25 Jahren einer der herausragenden Journalisten dieses Hauses und steht seit 2015 als Chefredakteur und versierter Blattmacher für das Renommee des Nachrichten-Magazins. Für sein Engagement danke ich ihm sehr. Wir haben vertrauensvoll und erfolgreich zusammengearbeitet, den Umbau des SPIEGEL-Verlags in den vergangenen drei Jahren haben wir gemeinsam vorangetrieben. Am Ende hatten wir unterschiedliche Auffassungen davon, wie die SPIEGEL-Redaktionen zusammenzuführen sind."



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