Banksy-Graffito in Calais Steve Jobs, Sohn eines Migranten

Ein Apple-Rechner in der Hand, ein Müllbeutel auf dem Rücken: Banksy hat ein neues Graffito geschaffen, das auf die Herkunft von Steve Jobs' Vater hinweist, der syrischer Migrant war. Er kommentiert so die Flüchtlingskrise.

Neues Graffito von Banksy in Calais: Jobs flieht
AFP/ Banksy

Neues Graffito von Banksy in Calais: Jobs flieht


Er provoziert mit seiner Kunst - und weist immer wieder auf Missstände hin: Nun hat der Street-Art-Künstler Banksy mit einem Graffito an der Wand eines Camps für Flüchtlinge in Calais Stellung zur Flüchtlingskrise bezogen. Darauf ist ein geduckter Steve Jobs zu sehen, der einen Apple-Computer in der Hand trägt und einen Müllbeutel auf dem Rücken, vielleicht auf der Flucht.

Wie der "Guardian" berichtet, äußerte sich Banksy in einem seiner raren Statements zu dem Graffito: "Wir werden oft dazu gebracht zu glauben, Migration belaste die Ressourcen des Landes, aber Steve Jobs war der Sohn eines syrischen Migranten." Und weiter: "Apple ist das profitabelste Unternehmen auf der Welt - und es existiert nur, weil ein junger Mann aus Homs reingelassen wurde." Jobs' biologischer Vater, Abdulfattah "John" Jandali, war nach dem Zweiten Weltkrieg in die Vereinigten Staaten emigriert.

Das Graffito wurde an eine Wand des Camps für Flüchtlinge in Calais gesprüht, das "Dschungel" genannt wird und zu einem Symbol für das Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik geworden ist. Das neue Werk ist Teil einer Reihe von Graffiti und Aktionen des Künstlers, die die gegenwärtige Lage von Flüchtlingen im Fokus haben: Während eines Aufenthalts in Calais besprühte Banksy mehrere Wände rund um den französischen Hafen mit ähnlichen Motiven.

Im Sommer hatte Banksy in seinem "Dismaland", einer Parodie auf die Disney-Freizeitparks, überladene Miniatur-Flüchtlingsboote präsentiert. Die Reste des inzwischen geschlossenen Anti-Vergnügungsparks werden weiterverwertet - als Bauholz für Flüchtlingsunterkünfte.

skr



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