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Streit über "DSDS": RTL soll 100.000 Euro Bußgeld zahlen

Jetzt bitte nicht gekränkt sein: Das RTL-Format "Deutschland sucht den Superstar" ist "antisozial" und "beleidigend" – sagt der Jugendmedienschutz. Die Diagnose könnte sich rechnen: Der Sender soll zahlen.

München/Köln - Die Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) hat gegen das RTL-Format "Deutschland sucht den Superstar" wegen Verstößen gegen die Jugendschutzbestimmungen ein Bußgeld in Höhe von 100.000 Euro verhängt. Wie die KJM am Dienstag in München mitteilte, liegt durch mehrere Casting-Sendungen eine Entwicklungsbeeinträchtigung von Kindern unter zwölf Jahren vor.

"DSDS"-Juror Dieter Bohlen: "Beleidigung als Normalität"
AP

"DSDS"-Juror Dieter Bohlen: "Beleidigung als Normalität"

Neben dem "herabwertenden Verhalten der Jury" kritisierte die KJM insbesondere auch die redaktionelle Gestaltung der Casting-Auftritte durch RTL. Die Kandidaten würden gezielt lächerlich gemacht und damit dem Spott eines Millionenpublikums ausgesetzt. Dies erfolge zum Großteil durch die Einblendung von Untertiteln und Animationen durch die Redaktion.

"Beleidigende Äußerungen und antisoziales Verhalten werden genau wie in der letzten Staffel als Normalität dargestellt", sagte der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring. Dadurch würden Verhaltensmodelle vorgeführt, die den Erziehungszielen wie Toleranz und Respekt entgegenwirkten und eine desorientierende Wirkung auf Kinder ausübten.

Aufgrund der wiederholten Verstöße wird nun ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren eingeleitet. Die KJM sieht ein Bußgeld in Höhe von 100.000 Euro als angemessen an. Die abschließende Festlegung erfolge nach einer gesetzlich vorgegebenen Anhörung. Darüber hinaus wird RTL aufgefordert, entsprechende Clips von Casting-Auftritten aus den Internet-Plattformen entfernen zu lassen.

dan/ddp

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