Streit um Berliner Ensemble: Hochhuth verliert vor Gericht gegen Peymann

Das Berliner Landgericht hat Streithahn Rolf Hochhuth einen Dämpfer verpasst. Es lehnte eine Klage des Dramatikers wegen angeblich unrechtmäßiger Drittnutzung des Berliner Ensembles ab. Sollte es das gewesen sein? Keineswegs, eine Berufung folgt. Vorhang auf für die nächste Runde.

Der Streithahn: Rolf Hochhuth. Sein Zankapfel: das Berliner Ensemble. Zur Großansicht
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Der Streithahn: Rolf Hochhuth. Sein Zankapfel: das Berliner Ensemble.

Das Gezanke zwischen dem Berliner Theater-Intendanten Claus Peymann und Dramatiker Rolf Hochhuth nimmt kein Ende. Erst gab es eine oberflächliche Versöhnung. Vor wenigen Tagen ließ sich Peymann dann bei Harald Schmidt mal wieder darüber aus, dass Hochhuth seine besten Zeiten hinter sich habe. Jetzt hat das Berliner Landgericht auf rechtlicher Ebene den Streit der beiden vorerst beigelegt.

Hochhuths Klage gegen das Berliner Ensemble und seinen Intendanten Claus Peymann wegen der Untervermietung der Theaterimmobilie an Dritte ist am Montag zurückgewiesen worden. Der 78-Jährige, der über eine Stiftung Eigentümer des ehemaligen Brecht-Theaters am Schiffbauerdamm ist, wollte Peymann untersagen lassen, das Haus zu "theaterfremden Zwecken" zu vermieten. Peymann war - anders als Hochhuth - bei dem Termin nicht zugegen. Hochhuths Anwalt, Uwe Lehmann- Brauns, kündigte Berufung an.

Kritisiert hatte Hochhuth die Vermietung des Theaters an die CDU für die Feier ihres 60. Gründungstags, TV-Aufnahmen für Dieter Bohlens "Deutschland sucht den Superstar" und ein Podiumsgespräch zwischen Günter Grass und Wolfgang Thierse. Dies habe nichts mit der ausschließlichen Nutzung des Hauses für Theateraufführungen zu tun, wie es im Mietvertrag festgeschrieben sei. Es drohe sonst "eine Banalisierung des Theaters".

Dagegen sagte Peymanns Anwalt, Peter Raue, der Vertrag sehe eine Nutzung des Hauses "zum Zweck des Theaterbetriebes" vor. Mit den Vermietungen würden Ensemble-Produktionen mitfinanziert. Das Haus werde außerdem nur dann Dritten überlassen, wenn das Ensemble nicht im Haus spiele. Peymann hatte Anfang September Fremdvermietungen mit dem Verweis auf "willkommene Zusatzeinnahmen" verteidigt und sogar gesagt: "Fast würde ich den Teufel und seine Großmutter ins Haus lassen, wenn die nur gut zahlen."

Eine andere Klage Hochhuths gegen Peymanns Umgang mit dem Haus war am 20. August von dem Dramatiker zurückgenommen worden. Dabei ging es um ein vertraglich vereinbartes Zugangsrecht für Hochhuth während der Sommerferien. Im Verlauf des seit Monaten anhaltenden Streits hatte Hochhuth auch das Berliner Ensemble "gestürmt", um sich Zutritt für eine Pressekonferenz zu verschaffen.

can/dpa/ddp

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