"Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" Redaktionen befürchten Zusammenlegung

Im selben Pressehaus arbeiten sie schon, doch inhaltlich sind die Redaktionen der beiden großen Stuttgarter Tageszeitungen getrennt. Nun befürchten die Mitarbeiter, dass die herausgebende Verlagsgruppe eine Zusammenlegung plant.

Pressehaus Stuttgart: Heimat der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten"
DPA

Pressehaus Stuttgart: Heimat der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten"


Die Redaktionen von "Stuttgarter Zeitung" ("StZ") und "Stuttgarter Nachrichten" ("StN") sorgen sich um ihre Eigenständigkeit. "Wir befürchten, dass die Redaktionen zusammengelegt werden. Dann wäre die Medienvielfalt in Baden-Württemberg nicht mehr gewährleistet", sagt Samir Alicic, Vorsitzender des Konzernbetriebsrats der Medienholding Süd, in der beide Blätter erscheinen und die mehrheitlich zur Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) gehört. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Auslöser für die Unruhe in den Redaktionen sind Geheimpläne des Verlags, die in den vergangenen Monaten erarbeitet wurden und über deren Inhalt die SWMH auch intern schweigt; der Konzernbetriebsrat berät nun, wie er an die Informationen gelangen kann.

Verunsichert hat die Belegschaft zudem, dass Personalchef Ulrich Bensel, der in der Vergangenheit durch kritische Äußerungen über Verleger aufgefallen war, im April überraschend den Konzern verlassen musste.

Die Redaktionen von "StN" und "StZ" sind angesichts schrumpfender Auflagen in den vergangenen Jahren immer näher zusammengerückt, die Regionalberichterstattung übernehmen die "StN" weitgehend von der "StZ", auch eine gemeinsame Wochenendbeilage wird erwogen. Voraussichtlich im Juli sollen die Onlineredaktionen zusammengelegt werden.

Die Eigenständigkeit der beiden Printredaktionen will die SWMH auf Anfrage nicht garantieren: "Es ist unsere Aufgabe, routinemäßig zu prüfen, ob und wie diese Zusammenarbeit weiterentwickelt werden kann. Es gibt in diesem Zusammenhang jedoch keine Entscheidungen." Für Dienstag lädt der Deutsche Journalisten-Verband die Redakteure beider Zeitungen zum Krisentreffen ein.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
wauz 15.05.2015
1. Besonders pikant
ist dabei auch die Tatsache, dass die StN als Mantelzeitung sehr vieler lokaler Zeitungen fungiert. Dann steht wirklich in allen Zeitungen das Gleiche. Damit kann man sich ein Print-Abo schenken. Es ist inzwischen einfacher, die Reispreise in Nord-China in Erfahrung zu bringen, als herauszubekommen, was der eigene Gemeinderat so treibt. Von Nachbarstädten ganz abgesehen.
Tick & Doof 15.05.2015
2. Schlechter kann es nicht werden
Wobei, die StN und StZ sind schon richtig schlecht. Haben sich immer Pro S21 und Pro Mappus positioniert.
tko2 15.05.2015
3. Das Zeitungssterben schadet nicht
Da ca. 90% der Journalisten einer links-grünen Gesinnung angehören und statt Journalismus zu betreiben, lieber ihre Ideologie verbreiten, könnte der Zeitungsmarkt locker eine Halbierung dieser Blätter verkraften, ohne dass der Leser qualitative Einbusen hinnehmen müsste.
wauz 15.05.2015
4. Links UND grün
Zitat von tko2Da ca. 90% der Journalisten einer links-grünen Gesinnung angehören und statt Journalismus zu betreiben, lieber ihre Ideologie verbreiten, könnte der Zeitungsmarkt locker eine Halbierung dieser Blätter verkraften, ohne dass der Leser qualitative Einbusen hinnehmen müsste.
Das geht schon lange nicht mehr zusammen. hat eigentlich noch nie gepasst. Allen Schafs-wollenen Pullovern zum Trotz: in Ba-Wü waren die schon immer Konservative. was auch nicht verwundert, wenn man weiß, dass ganze Ortsverbände der JU zu den Grünen gegangen sind...
Styx 15.05.2015
5. Rofl!
"Dann wäre die Medienvielfalt in Baden-Württemberg nicht mehr gewährleistet"... Ich weiß nicht ob es anderen auch so geht aber ich musste laut auflachen als ich es gelesen habe. So eine absurde Behauptung... Den Text eines Artikels kann man ohne Probleme ob einer anderen Zeitung veröffentlichen. Niemand würde es merken... Außer bei Die Junge Freiheit, dass ist eine der wenigen unabhängigen Zeitungen in Deutschland.
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