Graböffnung in Florenz: Suche nach der wahren Mona Lisa in der Gruft

Italienische Forscher wollen endgültig nachweisen, wer das Modell für die Mona Lisa war. Dafür haben sie in Florenz das Grab von mutmaßlichen Angehörigen der Kaufmannsfrau geöffnet, die als Muse Leonardo da Vincis gilt.

Hamburg - Das geheimnisvolle Lächeln, der fordernde Blick. Wessen Antlitz zeigt das Bild "Mona Lisa" von Leonardo da Vinci (1452-1519)? Diese Frage stellen sich seit Jahrhunderten Forscher in aller Welt. Sehr weit verbreitet ist die Annahme, dass es sich bei dem um 1503 entstandenen Gemälde um das Porträt der Florentiner Kaufmannsfrau Lisa del Giocondo handelt. Ihr Mädchenname soll Gherardini gewesen sein. Diese Theorie will ein Team um die italienischen Forscher Silvano Vinceti und Antonio Moretti nun bestätigen. Am Freitag öffneten sie dafür in Florenz ein Jahrhunderte altes Grab in der Basilika Santissima Annunziata.

Es ist die Familiengruft der Seidenhändler del Giocondo. Vinceti hofft, hier mindestens einen direkten Blutsverwandten Lisa del Giocondos zu finden, womöglich die Überreste ihres Sohnes Piero. Er geht davon aus, dass ihre Leiche hier nicht beerdigt wurde. Seinen Forschungen zufolge hat sie die letzten Jahre ihres Lebens im Kloster Saint Orsola verbracht. Bei einem von acht dort gefundenen Skeletten soll es sich seinen bisherigen Untersuchungen zufolge um die Porträtierte handeln. Derzeit laufen Untersuchungen zur Altersbestimmung der Knochen.

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Mona Lisas Rätsel: Spurensuche in der Gruft
Ein DNA-Nachweis soll nun zumindest die Verwandtschaft zwischen den Toten unter der Kirche und dem Skelett im nahegelegenen Kloster belegen. "Wenn wir eine Verknüpfung zwischen Mutter und Kind finden, dann haben wir die Mona Lisa gefunden", sagte Vinceti am Freitag bei den Arbeiten in der Basilika.

Abstieg in die Gruft

Ein Grab-Spezialist fräste ein kreisrundes Loch in die Steinplatte über der Gruft, die seit mehr als 300 Jahren verschlossen war. Er ließ sich hinab in die Kammer und stieß dort auf Überreste von Skeletten. Es könne ein gutes Jahr dauern, bis tatsächlich DNA-Untersuchungen beginnen könnten, sagte Vinceti in Florenz. "Wenn wir Erfolg haben, dann können wir drei Fragen, die Historiker und Kunstliebhaber weltweit in Atem halten, abschließend beantworten: War Gherardini das Modell für die Mona Lisa? War es jemand ganz anderes? Oder war das Bild lediglich eine Schöpfung seiner Phantasie?"

Das im Pariser Louvre ausgestellte Bild sorgt regelmäßig für Aufregung. Vor gut einem Jahr präsentierte eine Stiftung in der Schweizeine angebliche erste Version der Mona Lisa. Das Gemälde sollte demnach ebenfalls von Leonardo da Vinci stammen und die gleiche Frau etwa ein Jahrzehnt jünger zeigen.

Nur wenig später meldeten sich zwei Forscherinnen, die das Geheimnis gelüftet haben wollen, welchen Hintergrund das berühmte Gemälde zeigt. Es soll sich dabei um das Montefeltro handeln - eine historische Landschaft nördlich von Florenz.

ler

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insgesamt 29 Beiträge
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1. Grabruhe
Limus 10.08.2013
Muss man eigentlich die Grabruhe dieser Leute stören, nur um die Hintergründe eines Gemäldes herauszufinden, und wenn es zehnmal im Louvre hängt? Es ist ja nicht wirklich von historischem oder wissenschaftlichem Wert zu wissen, wen das Bild zeigt. Ich bin nicht gegen wissenschaftliche Analysen dieser Art, wenn sie uns etwas über unsere Herkunft oder z.B. medizinische Fragestellungen sagen können. Aber wenn es wie hier nur um die Befriedigung plumper Neugier geht oder wenn z.B. die Leichen ägyptischer Pharaonen zur öffentlichen Begaffung ausgestellt werden, dann ist das nur schwer mit der Menschenwürde vereinbar. Die Gioconda und ihre Nachfahren waren von keinerlei historischer Bedeutung. Es gibt daher keinen bedeutenden Grund, der eine Grabschändung rechtfertigen könnte.
2. Wiso...
count_zer0 10.08.2013
...belegt eine Verwandschaft zwischen einem Skelett aus einem Kloster und einem Skelett aus der Gruft, das ersteres Skelett die Ueberreste der Vorlage zur Mona Lisa sind? Der Zusammenhang erschliesst sich mir nicht so ganz. Das das Skelett aus dem Kloster dem Modell gehoeren, scheint mir hier schlicht eine einfache Annahme, die zur Tatsache umdeklariert wurde. Nur ich sehe keinerlei Beleg dafuer ausser Wunschdenken. Damit ist auch die genaue namentliche Identifizierung voellig sinnlos. Die Frau im Kloster kann nun die Kaufmannstochter gewesen sein oder nicht, sagt nur leider gar nichts ueber ihre Taetigkeit als Portraitvorlage aus.
3. Also mal im Ernst..
jetzt:hördochauf 10.08.2013
Ich hab Kopfweh: er kann doch so höchst untermauern, dass ein zuvor gefundenes Skelett mit oher Wahrscheinlichkeit eben jene "Lisa del Giocondo" - die These, dass es sich um die abgebildete "Mona Lisa" handelt ,steht doch trotzdem völlig zusammenhangslos im Raum. Ich find den Artikel schräg : "Italienische Forscher wollen endgültig nachweisen, wer das Modell für die Mona Lisa war." ...also man braucht etwas Anstrengung um den Satz auf den Sachverhalt zu beziehen.. Oder muss ich jetzt echt nochmal ein nickerchen machen, weils bei mir klemmt???
4. @Limus
mayazi 10.08.2013
Es ist Wissenschaft, und nicht Nutzenschaft. Mit diesem Wissen kann man wenigstens keinen umbringen, auch nicht versehentlich. Die Leute, die sich mit Kunst(geschichte) im Allgemeinen und der Mona Lisa im Speziellen beschäftigen, werden es schon für hinreichend wichtig halten. Was die Gräber angeht: die Knochenreste da drin sind sowas von tot, die kann gar nichts mehr stören.
5. Strategie
mps58 10.08.2013
Vinceti hat 8 Skelette aus dem Kloster. Er weiss nicht, welches von diesen Lisa del Giocondo gehörte. Diese Identifikation macht er durch den Genvergleich mit einem Blutsverwandten. Hat er das richtige Skelett dadurch identifiziert, kann er anhand des Schädels eine Gesichtsrekonstruktion machen und mit der Mona Lisa vergleichen. Das hätte der Journalist noch dazuschreiben sollen...
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