"Süddeutsche Zeitung" Trauer um Journalisten-Legende Herbert Riehl-Heyse

Herbert Riehl-Heyse, einer der großen Journalisten Deutschlands, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Der vielfach ausgezeichnete Star-Reporter und leitende Redakteur der "Süddeutschen Zeitung" galt als stilprägend für das Münchner Blatt.


Journalist Riehl-Heyse: "Seine Beiträge waren stilprägend"
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Journalist Riehl-Heyse: "Seine Beiträge waren stilprägend"

München - Riehl-Heyse prägte in seinen zahlreichen Reportagen für die "SZ" einen prägnanten, eigenständigen Stil. "Seine Texte waren ironisch, aber nie verletzend", sagte der stellvertretende "SZ"-Chefredakteur Ernst Fischer.

Seine journalistische Laufbahn begann der gebürtige Altöttinger 1968 beim "Münchner Merkur". Schon drei Jahre später wechselte er zur "Süddeutschen Zeitung", wo er sich rasch einen Namen als "Edelfeder" des Blattes machte. Seine Reportagen über bundespolitische Themen oder die bayerische Landespolitik wurden bald zu Markenzeichen des Münchner Blattes. Riehl-Heyse gehörte auch bald zum kleinen und erlauchten Kreis der "Streiflicht"- Autoren.

1987 wurde er stellvertretender Chefredakteur und Chefreporter des Blattes. 1989 ging er für nur wenige Monate als Chefredakteur zur Illustrierten "Stern" nach Hamburg. Nach seinem überraschenden Ausscheiden bei dem Magazin hieß es, Riehl-Heyse habe sich mit der Arbeitsweise einer Illustrierten nicht anfreunden können. Auch sei er kein Blattmacher, sondern eher ein Querdenker gewesen. Schon Anfang 1990 kehrte Riehl-Heyse zur "Süddeutschen" zurück. Seitdem beschäftigte er sich zunehmend mit Medienthemen.

Riehl-Heyse war schon als Schüler mit Gedichten an die Öffentlichkeit getreten, studierte aber zunächst Rechtswissenschaften. Er legte beide juristische Staatsexamen ab und erwarb die Befähigung zum Richteramt. Erst danach begann seine journalistische Karriere. Er erhielt zahlreiche Medienauszeichnungen, unter anderem den Egon-Erwin-Kisch-Preis, den Theodor-Wolff-Preis und den Wächterpreis. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter 1979 "CSU - die Partei, die das schöne Bayern erfunden hat" und 1998 "Ach, Du mein Vaterland".

Beim Süddeutschen Verlag wurde die Nachricht von seinem Tod am Mittwoch mit Bestürzung aufgenommen. Vize-Chefredakteur Fischer sagte, Riehl-Heyse habe trotz seiner schweren Krankheit "fast bis zuletzt gearbeitet". Intensiv begleitete er trotz fortschreitender Krebserkrankung den Bundestagswahlkampf im vergangenen Jahr. Für "Die Seite Drei" des Blattes schrieb er dazu eine große Reportage über Bundeskanzler Gerhard Schröder. "Seine Beiträge waren stilprägend", sagte Fischer.

Riehl-Heyses Reportagen stießen über Jahrzehnte hinweg auf großes Interesse, jungen Kollegen war er in journalistischen und persönlichen Angelegenheiten ein kompetenter Ansprechpartner. Er unterrichtete auch an der Münchner Journalistenschule. In einer Mitteilung des Süddeutschen Verlages heißt es: "Herbert Riehl-Heyse hat den Stil der "SZ" maßgeblich mit geprägt und war einer ihrer bekanntesten und profiliertesten Autoren".

Auf die Frage, warum er eigentlich Journalist geworden sei, antwortete er einmal: "Ich glaube, vor allem, damit ich nichts anderes werden musste." Herbert Riehl-Heyse starb in der Nacht zum Mittwoch im Alter von 62 Jahren. Seine Frau war bei ihm, als er im gemeinsamen Haus in Eichenau westlich von München einem langjährigen Krebsleiden erlag.



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