Neues Verlagshaus Suhrkamp baut neues Domizil in Berlin

Der Suhrkamp-Verlag wird ab April ein neues Verlagshaus in Berlin-Mitte errichten. In drei Gebäuden am Rosa-Luxemburg-Platz entstehen außerdem Büros, Läden und Mietwohnungen.

Geplantes Suhrkamp-Verlagshaus am Rosa-Luxemburg Platz
Bundschuh Architekten

Geplantes Suhrkamp-Verlagshaus am Rosa-Luxemburg Platz


Suhrkamp hat die Baugenehmigung für ein geplantes Verlagshaus am Rosa-Luxemburg-Platz erhalten. Dies teilte der Verlag am Dienstag mit. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im April beginnen, 2019 soll das Gebäude fertig sein.

Das Verlagshaus über sieben Stockwerke ist dann Teil eines Ensembles aus drei Gebäuden, die sich um eine öffentliche Fläche nördlich des Rosa-Luxemburg-Platzes zwischen Tor- und Linienstraße gruppieren. Das Verlagshaus soll den Suhrkamp-Mitarbeitern auf 3000 Quadratmetern Platz bieten, außerdem ist ein Café im Erdgeschoss geplant. Gegenüber wird ein sechsgeschossiges Wohnhaus entstehen, die beiden Gebäude sollen mit einer zweigeschossigen Passage verbunden werden. Große Glasfronten sollen Offenheit vermitteln, die Fassade wird aus Sichtbeton und eloxiertem Aluminium gefertigt. Das Projekt wird geplant von Bundschuh Architekten.

Die "Frankfurter Rundschau" hat im Vorfeld berichtet, die Anwohner seien verärgert über den geplanten Neubau hinter der Volksbühne, vor allem weil dafür Bäume gefällt wurden. Die Anwohner sähen zerstörerisches "Kapital" am Werk, so die Zeitung.

Der Suhrkamp-Verlag war im Januar 2010 mit 160 Mitarbeitern von Frankfurt nach Berlin gezogen und sitzt seitdem in der Pappelallee in Prenzlauer Berg. Der Umzug der verlegerischen Heimat großer Intellektueller wie Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas und Hans Magnus Enzensberger unter der damaligen Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz hatte für Unmut in Frankfurt gesorgt. Unseld-Berkéwicz habe mit dem medienwirksam inszenierten Umzug ihre eigenen Unzulänglichkeiten in der Verlagsführung kaschieren wollen, hieß es. Und auch einige Mitarbeiter und Autoren wendeten sich ab. Unselds Sohn und Mitgesellschafter Joachim Unseld stimmte strikt gegen den Umzug und schied 2009 als Gesellschafter aus.

Der Neubau jetzt soll auch ein Neustart sein: 2015 war der Verlag nach dem langen Streit der Gesellschafter und Anmeldung einer Insolvenz in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Das von Peter Suhrkamp 1950 gegründete Haus gilt als einer der wichtigsten Verlage der Bundesrepublik mit namhaften Autoren aus Literatur und Wissenschaft.

cpa

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