Oper in Sydney Berühmtestes Gebäude Australiens wird radikal umgebaut

Das Opernhaus in Sydney ist mehr als drei Milliarden Euro wert - aber die Akustik war stets zum Weghören. Das soll sich jetzt ändern.


Das Opernhaus von Sydney soll der umfangreichsten Erneuerung seit seiner Eröffnung vor 43 Jahren unterzogen werden. Das gab der Vizepremier von New South Wales, Troy Grant, am Donnerstag bekannt. Der Bundesstaat will dafür 202 Millionen Australische Dollar (rund 139 Millionen Euro) ausgeben.

Die Renovierung und Erneuerung soll im Mai kommenden Jahres beginnen und sechs Jahre dauern. "Das Äußere ist ikonisch, aber was in dem Gebäude passiert, erweckt es zum Leben", sagte die Geschäftsführerin des Opernhauses, Louise Herron. Insbesondere die Konzerthalle mit 2600 Plätzen soll modernisiert werden: "Das ist keine schlechte Halle, aber es gibt viele Eigenschaften, die verbessert werden könnten."

Das gilt vor allem für die schlechte Akustik, die immer wieder kritisiert wurde. Auch der Orchestergraben gilt schon seit der Eröffnung des Hauses 1973 als viel zu klein.

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Oper in Sydney: Wahrzeichen mit Mängeln

Überhaupt weist der Bau des Opernhauses erstaunliche Parallelen zu den Skandalen um die Elbphilharmonie in Hamburg auf. Auch in Sydney stiegen die Baukosten in astronomische Höhen - von sieben Millionen Australischen Dollar auf 121 Millionen. Der dänische Architekt Jørn Utzon verließ nach jahrelangen Kämpfen und Intrigen das Land, ohne dass klar war, wie die gewagte Dachkonstruktion gebaut werden sollte. Die Geschichte von Pleiten, Pech und Pannen soll sogar verfilmt werden.

Heute zählt das Opernhaus in Sydney zum Weltkulturerbe und wird jedes Jahr von mehr als acht Millionen Menschen besucht. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezifferte den Wert des Gebäudes und des Grundstücks auf 3,25 Milliarden Euro.

kae/dpa



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Stäffelesrutscher 11.08.2016
1.
»Heute zählt das Opernhaus in Sydney zum Weltkulturerbe und wird jedes Jahr von mehr als acht Millionen Menschen besucht. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bezifferte den Wert des Gebäudes und des Grundstücks auf 3,25 Milliarden Euro.« Das kann dem Glasbausteinstapel im Hamburger Hafen kaum passieren.
spontiki 11.08.2016
2. Endlich!
Für Kulturbeflissene ist das eine traumhafte Nachricht. Denn die Akkustik in diesem sonst so spektakulären Bau ist tatsächlich grottenschlecht, wie ich mich vor Jahren selbst überzeugen konnte. Endlich ist es also soweit, dass man sich diesem Problem annimmt. Danke, liebe Aussies!
Gerdd 11.08.2016
3. Manchmal ...
... führt der Wahnsinn zu genialischen Ergebnissen (Sydney-Oper, Elbphilharmonie) und man wird in der Zukunft dankbar sein, daß diese Bauten vollendet werden. Und dann gibt es den BER, den man praktisch nur noch als Übungsobjekt für Bomberstaffeln gebrauchen kann. Und den BER 2.0 lassen wir dann von den Schweizern bauen, die den St. Gotthart-Tunnel fabriziert haben.
orage 11.08.2016
4. Die Oper in Sydney
'Grottenschlecht' ist sie zwar nicht, die Akustik, aber sie ist nicht schlecht, und Madama Butterfly war auch so ein Erlebnis. Solange an der äusseren Gestalt nichts verändert wird, bin ich zufrieden.
fs123 11.08.2016
5. Und ein weiteres Projekt wird mit 10 Mrd. EUR beziffert ...
Stuttgart 21. Dazu gibt es ganz bestimmt auch noch mehrere Filme inZukunft (und jetzt schon hunderte bei Youtube und Cams21). Problem bei diesen ganzen Monsterprojekten ist: sie werden immer erst dann interessant, wenn alle Verantwortlichen nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden können.
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