Tageskarte Theater Alphatiere gesucht

Für die Stars von morgen: Im Herbst eröffnet in Ludwigsburg eine hochmoderne Akademie für Darstellende Kunst – bald ist Bewerbungsschluss.


Die besten deutschen Film- und Fernsehschauspieler sind deshalb so gut, weil sie fürs Theater ausgebildet wurden. Claus Peymann, Chef des Berliner Ensembles und immer bereit zu einer launigen Nörgelei, hat deshalb neulich schon von den Fernsehsendern verlangt, sie sollten gefälligst die Schauspielschulen mitfinanzieren. Dabei ist dort die Kamera bisher verpönt – wer wie August Diehl oder Julia Jentsch von der Bühne ins Studio wechselt, muss sich erst mal selbst beibringen, dass vor der Kamera weniger mehr ist.

Akademie für Darstellende Kunst: "Schnittstelle von Theater, Film, Fernsehen und Neuen Medien"

Akademie für Darstellende Kunst: "Schnittstelle von Theater, Film, Fernsehen und Neuen Medien"

Das ist eines der Dinge, die in Ludwigsburg jetzt anders werden sollen: Die neue "Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg" ist laut Eigenwerbung ein "Ausbildungsangebot an der Schnittstelle von Theater, Film, Fernsehen und Neuen Medien". Ab dem kommenden Wintersemester gibt es dort zum Beispiel den Bachelor-Studiengang Schauspiel, ausdrücklich mit der "Doppelqualifikation Theater/Film".

Wer da noch dabei sein will, muss sich allerdings beeilen: Bewerbungsschluss ist der 15. April, die Aufnahmeprüfungen beginnen schon eine Woche später. Auch zum Regisseur kann man sich an der neuen Akademie ausbilden lassen, allerdings in diesem Fall nur für die Bühne (sonst wäre tatsächlich die Filmakademie anzuraten; sie liegt gleich gegenüber). Als Bewerbungsschreiben fürs Regiestudium wird unter anderem eine ausführliche Antwort auf die Frage "Warum Alphatier?" verlangt.

Kurz vor den ersten Prüfungen wird auch Richtfest gefeiert, denn die Akademie bekommt eigene neue Gebäude, einen ganzen Campus, inklusive Theater. Dort sollen die Studenten aller Studiengänge auch immer wieder zusammen zum Einsatz kommen. Alle Fachrichtungen können hochkarätige Leiter vorweisen – die "nebenbei" ihre anderen Jobs weitermachen werden, so wie der Akademiechef Wolfgang Bergmann selbst; er ist Leiter des ZDF-Theaterkanals.

Der belgische Regisseur Luk Perceval wird die Regie- und Schauspielausbildung in Ludwigsburg leiten, Jörg Bochow, Chefdramaturg in Stuttgart, die Dramaturgieabteilung, der Bühnenbildner Martin Zehetgruber den Bühnen- und Kostümstudiengang. Zehetgruber hat auch das "Lehr- und Lerntheater" auf dem Campus entworfen, mit 200 Zuschauerplätzen. Aber erstmal muss auf der Bühne was zu sehen sein. Ab Herbst soll es so weit sein.


Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Infos: Tel. 07141/30 99 13 80, www.adk-bw.de



insgesamt 3 Beiträge
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doctor manhattan 12.04.2008
1. Germanys next Al Pacino?
Das sind gute Neuigkeiten, vielleicht gibt es dann in Zukunft sogar Fernsehserien in Deutschland die zumindest was die Darsteller angeht mit der Qualität Nordamerikanischer Produkte mithalten können…
08154711, 12.04.2008
2. Na endlich!
Das ist mal eine gute Nachricht. Das lässt hoffen. Glückwunsch.
Midniteman 12.04.2008
3. Ludwigsburg sind nicht die ersten, die auch Film ausbilden...
Mitnichten bildet Ludwigsburg als erste für Film aus. An der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam Babelsberg wird seit Jahren mit der Basis einer grundständigen Theaterausbildung ganz eng in Zusammenarbeit mit der Regie- und Drehbuchabteilung genau so gründlich für Film wie für Theater ausgebildet. Der Vorteil: Die Studenten wechseln regelmäßig von Theaterszenenarbeiten zu Filmdreharbeiten, bauen schon in ihrer Studienzeit ihr Netzwerk auf, das ihnen ermöglicht, frühzeitig Regisseure auf sich aufmerksam zu machen und von ihnen besetzt zu werden. Am 10.4. wurden in Hamburg die begehrten Studio Hamburg Nachwuchspreise 2008 vergeben. Als BESTER NACHWUCHSDARSTELLER wurde in diesem Rahmen der junge Schauspieler Robert Gwisdek mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis gekürt. Er machte in seiner Ausbildung wie seine Mitstudenten nicht nur den obligatorischen Abschluss der sogenannten zentralen Bühnenvermittlung, mittlerweile "ZAV", sondern wirkte ebenfalls in einem an der HFF vorgesehenen Abschlussfilm mit, "Berliner Reigen", Regie Prof. Dieter Berner, der inzwischen sehr beachtet auf fast zehn internationalen Festivals lief. Ich bin selber als Prof. für Sprecherziehung an der HFF auch selber Schauspieler und Experte für Coaching mit 15 Jahren Berufserfahrung und regelmäßiger Arbeit am Set. Die HFF startete übrigens schon im Oktober 2007 den ersten Bachelor- Studiengang "medienspezifisches Schauspiel", mit komplett überarbeitetem Curriculum unter Zusammenfassung aller wichtigen Erkenntnisse aus den bisherigen Studienjahren und nimmt im Oktober bereits den 2. Jahrgang auf. Hier trifft Modernität auf Erfahrung. Besuche empfangen wir gerne- und berichten lassen wir auch gerne über Uns. Mit freundlichen Grüßen
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