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Talkshow "Fliege": ARD schickt TV-Pfarrer in Rente

Nach zwölf Jahren und 1800 Sendungen schickt die ARD den Fernsehpfarrer Jürgen Fliege in den Ruhestand. Der Vertrag für die Talkshow "Fliege" werde für 2006 nicht verlängert, teilte der Sender mit. Grund: mangelnde Zuschauerresonanz.

TV-Pfarrer Fliege (1998): Damals stimmte die Quote noch
DPA

TV-Pfarrer Fliege (1998): Damals stimmte die Quote noch

München - Nach wochenlangen Spekulationen teilte das Erste heute mit, dass "TV-Pfarrer" Jürgen Fliege, 58, gegen Ende des Jahres nach insgesamt 1800 Sendungen mit mehr als 10.000 Gästen aufhören werde. Nach "vielen Jahren des Erfolgs", heißt es in der ARD-Mitteilung, sei die Zuschauerakzeptanz zuletzt rückläufig gewesen.

In den vergangenen beiden Jahren habe "Fliege - Die Talkshow" noch zweistellige Marktanteile erzielt: So erreichte die Sendung im Jahr 2003 durchschnittlich 11,8 Prozent Marktanteil und 1,45 Millionen Zuschauer und 2004 im Schnitt einen Marktanteil von 10,2 Prozent und 1,17 Millionen Zuschauer.

Im laufenden Jahr sei die Zuschauerquote "hinter den Erwartungen" zurückgeblieben. Lediglich 960.000 Zuschauer (8,1 Prozent Marktanteil) hätten im Durchschnitt seit Jahresbeginn den Nachmittagstalk eingeschaltet. Vor der Vorverlegung von 16-Uhr- auf den 15-Uhr-Sendeplatz im April hatten den Angaben zufolge durchschnittlich 1,21 Millionen Zuschauer (8,7 Prozent) zugeschaut. Fliege selbst hatte kritisiert, dass man den Zuschauern hätte Zeit geben müssen, um sich an den neuen Sendetermin zu gewöhnen.

Doch dafür hat man bei der ARD offenbar keine Zeit mehr. Zu sehr stört die Nachmittags-Flaute zwischen 14 und 16 Uhr, wo zuletzt die Magazin-Sendung "NachTisch" floppte. Fieberhaft sucht man einen Quotenbringer, der er es mit der ZDF-Telenovela "Bianca" (täglich 16.15 Uhr) aufnehmen kann.

Gerüchte, denen zufolge bereits im Herbst auf dem Fliege-Sendeplatz eine ARD-eigene Telenovela starten soll, wollte man heute nicht bestätigen. Bei dem Projekt Telenovela mit dem Arbeitstitel "Aschenputtel" handele es sich lediglich um ein "Angebot" der Produktionsfirma Bavaria. Gleiches treffe auf eine werktägliche Show von Carolin Reiber zu, die auch für den Nachmittag in Frage komme und von der Bavaria ins Spiel gebracht wurde. Zu allen möglichen Nachfolge-Projekten gebe es jedoch noch keine Entscheidungen, betonte ein ARD-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Auch andere Produktionsfirmen hätten Formate angeboten. Immerhin hat man mit der Bavaria derzeit arge Probleme, nachdem diverse Fälle von Schleichwerbung, vor allem in den Bavaria-Serien "Marienhof" und "In aller Freundschaft", aufgedeckt worden waren.

Bis Ende des Jahres ist "Fliege - Die Talkshow" weiterhin montags bis donnerstags um 15 Uhr zu sehen.

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