Talkshows Gauck gibt auf

Kurze TV-Karriere: Joachim Gauck, ehemals Stasi-Beauftragter der Bundesregierung, will seine zweiwöchentlich ausgestrahlte ARD-Talkshow nach weniger als einem Jahr Laufzeit aufgeben.


TV-Talker Gauck: "neu orientieren"
DPA

TV-Talker Gauck: "neu orientieren"

Köln - Der ehemalige Pastor und Stasi-Akten-Verwalter habe sich entschieden, seine Sendung "Joachim Gauck" nicht fortzusetzen, teilte der WDR am Mittwoch in Köln mit. Die letzte Sendung mit Gauck werde am 14. November zu sehen sein.

"Die Arbeit als Moderator hat mir viel Freude bereitet", sagte der 61-jährige TV-Newcomer in seiner Erklärung und bestätigte, "wichtige und neue Erfahrungen gemacht" zu haben. "Im nächsten Jahr werde ich mich neu orientieren", sagte er. Der DDR-Bürgerrechtler hatte sich für ein Jahr bereit erklärt, insgesamt 20 halbstündige Gesprächssendungen zu moderieren. Seit dem 10. Januar diskutierte er alle zwei Wochen mit Gästen wie Johannes Rau, Jutta Limbach, Joschka Fischer, Renate Künast, Wolfgang Thierse, Angela Merkel, Hans-Dietrich Genscher und Edmund Stoiber über aktuelle politische Themen. Teilen musste er sich den Sendeplatz mit dem weitaus eloquenteren und telegeneren Michel Friedman, der im direkten Vergleich mit dem eher betulich-besinnlichen Gauck stets besser abschnitt. Die Marktanteile blieben dementsprechend im einstelligen Bereich und hinter den Erwartungen des Senders zurück.

Fritz Pleitgen, WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender, äußerte jedoch die Erwartung, dass Gauck mit der ARD und dem WDR in Verbindung bleibt: "Joachim Gauck hat dem Publikum viel zu geben und zu vermitteln. Er ist ein hoch angesehener Mann, auf dessen Erfahrung wir nicht verzichten wollen."

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