"Tatort"-Star Schauspieler Hansjörg Felmy gestorben

Seit den fünfziger Jahren gehörte Hansjörg Felmy zu den bedeutendsten Schauspielern Deutschlands. Über sich selbst sagte der Lebemann: "Zum Abstinenzler tauge ich nicht." Jetzt ist die "Tatort"-Legende 76-jährig gestorben.


München - "Ich habe gegen meinen Körper gelebt", sagte der Schauspieler und leidenschaftliche Raucher und Rotweintrinker Hansjörg Felmy erst vergangenes Jahr in einem Interview. Nun starb der gebürtige Berliner, der unter anderem als WDR-Tatort Kommissar Haferkamp, aber auch durch zahlreiche Spiel- und Fernsehfilme wie "Die Buddenbrooks" bekannt wurde, nach Angaben seines Freundes und Schauspielerkollegen Peter Fricke im Alter von 76 Jahren. Wie Fricke am Montag dem Portal "Bunte.T-Online" sagte, erlag Felmy bereits am vergangenen Freitag in Niederbayern einer langen schweren Krankheit.

Schauspiel-Legende Felmy: Starb im Alter von 76 Jahren
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Schauspiel-Legende Felmy: Starb im Alter von 76 Jahren

Der Schauspieler litt schon seit seit Mitte der neunziger Jahre an Osteoporose (Knochenschwund). "Ich habe einen guten Kollegen und Freund verloren", wird Fricke zitiert, der oft gemeinsam mit Felmy auf der Bühne gestanden hatte.

Am 31. Januar 1931 in Berlin geboren, gehörte Felmy seit den fünfziger Jahren zu den bedeutendsten Bühnen-, Film- und Fernsehschauspielern in Deutschland. Zu seinen wichtigsten Erfolgen gehörte 1958 seine Rolle in Kurt Hoffmanns Satire "Wir Wunderkinder". Zuletzt hatte die Krankheit Felmy mehr und mehr geschwächt, schon vor einem Jahr wog er nur noch einen knappen Zentner, doch ans Aufgeben dachte er nie: "Ich besitze eine Rossnatur", hatte der einstige Jungstar des deutschen Films vor seinem 75. Geburtstag im Januar 2006 erklärt.

Über seine Lebensweise sagte der leidenschaftliche Raucher und Rotweintrinker: "Zum Abstinenzler tauge ich nicht." Auf Auftritte vor den Kameras hatte der Sohn eines Fliegergenerals schon seit über einem Jahrzehnt verzichtet. Bereits sein erster Kinostreifen, das Kriegsflieger-Drama "Der Stern von Afrika" aus dem Jahr 1956, machte ihn über Nacht zum viel gefragten Schauspieler. Es war derselbe Film, der auch seine beiden Partner Joachim Hansen und Horst Frank ins Blickfeld rückte. Felmy spielte einen Leutnant, der wenig Neigung zum Heldentum zeigt. Die skeptische junge Generation jener späten fünfziger Jahre konnte in ihm sich selbst wiedererkennen.

In Filmen wie "Haie und kleine Fische", der von Kritikern noch immer als sehenswert eingestuften Satire "Wir Wunderkinder" oder dem fast schon programmatisch getitelten Streifen "Die zornigen jungen Männer" konnte Felmy seinen Rollentyp fortentwickeln. Die verheerende Krise des einheimischen Kinos in den sechziger Jahren kappte auch die steile Leinwandkarriere Felmys. Immerhin aber gehörte er zu den deutschen Schauspielern, die Alfred Hitchcock 1966 für seinen Spionagethriller "Der zerrissene Vorhang" verpflichtete. Hin und wieder ließ sich der gelernte Bühnendarsteller für einen der damals wie auch noch heute beliebten Edgar-Wallace-Krimis bezahlen, doch wurde es stiller um ihn.

Das änderte sich erst 1973, als er sein Debüt als Essener "Tatort"-Kommissar Haferkamp gab. Mit Karin Eickelbaum als Ex-Frau drehte Felmy 20 Folgen, von denen etliche zum Besten gehören, was in dieser Vorzeige-Serie der ARD bis in die Gegenwart zu sehen war. Haferkamp, das war ein ernster Polizist mit privaten Problemen, die schon deshalb anrührten, weil sie von vielen Zuschauern geteilt wurden. Als neue Autoren den Sympathieträger mit negativeren Akzenten versehen wollten, stieg Felmy aus. Der Schauspieler machte sich rar auf dem Bildschirm, war aber wieder mehr auf den Theaterbühnen zu erleben.

Nach der gescheiterten ersten Ehe, aus der sein einziger Sohn Marcel stammte, heiratete der einer Hugenottenfamilie entstammende Felmy 1986 seine langjährige Lebensgefährtin und Kollegin Claudia Wedekind. Die Auftritte in der ZDF-Serie "Hagedorns Tochter" Mitte der neunziger Jahre waren der Abschied des von Gesundheitsproblemen geplagten Mimen vom aktiven Künstlerleben.

hoc/AP



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