Terrordrohung gegen "South Park" Gericht verurteilt Amerikaner zu 25 Jahren Haft

Ein Amerikaner muss 25 Jahre ins Gefängnis, weil der den Machern der TV-Serie "South Park" mit Terroranschlägen gedroht hat. Der 21-Jährige empfand die Darstellung des Propheten Mohammed im Bärenkostüm als verunglimpfend. Vor Gericht entschuldigte er sich für seine Drohungen.

"South Park"-Figuren: Bekannt für politische Provokation
AP

"South Park"-Figuren: Bekannt für politische Provokation


Washington - Zachary C. habe sich mit dem Aufruf zu Terroranschlägen für die Darstellung des muslimischen Propheten Mohammed in der Serie rächen wollen, die er als verunglimpfend empfunden habe, hieß es im Urteil. Die Macher von "South Park" hatten Mohammed in der 200. Folge der Serie in einem Bärenkostüm dargestellt. Auch Figuren aus anderen Religionen waren in der Folge vorgekommen, etwa ein Drogen konsumierender Buddha und Jesus, der Pornos anschaut.

US-Bundesanwalt Neil McBride begrüßte die harte Strafe, weil der 21-Jährige mit seinen Vorhaben das in der US-Verfassung verankerte Grundrecht auf freie Rede ins Visier genommen habe. "Sein Verhalten hat Menschen im ganzen Land Angst gemacht, ihre Meinung - selbst im Scherz - zu äußern, weil sie sonst als Feinde gebrandmarkt werden könnten, die den Tod verdienen", sagte McBride. Der Angeklagte hatte die Terrorpläne gestanden.

Angeklagter bezeichnet sich als "beschämt und verwirrt"

Der Angeklagte hatte im Internet zweifelhafte Berühmtheit erlangt, als er unter dem Namen Abu Talhah Al-Amrikee dazu aufrief, verdächtige Pakete an öffentlichen Orten zu verstauen, um die Behörden gegenüber Bombendrohungen zu desensibilisieren. Zudem gab er Anweisungen, wie Kinder zu al-Quaida-Mitgliedern erzogen werden könnten.

Ab April 2010 unternahm er wiederholt Schritte, "um einen dschihadistischen Angriff auf die Autoren zu provozieren". So habe er im Internet Informationen über den Wohnort der Autoren veröffentlicht und zu Übergriffen aufgerufen. Man müsse die "South Park"-Macher warnen: Was sie tun, ist dumm und sie werden für die Ausstrahlung dieser Folge wohl so enden wie Theo Van Gogh, schrieb er unter in einem Internet-Eintrag. Der niederländische Regisseur van Gogh war 2004 von einem islamistischen Fundamentalisten ermordet worden.

Der Angeklagte entschuldigte sich in einer schriftlichen Erklärung. Er sei "beschämt und verwirrt". Er werde viele Jahre damit zubringen zu verstehen, warum er den Weg beschritten habe, der ihn hierher geführt habe.

ulz/AFP/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.