Boulevardblatt "The Sun" Rebekah Brooks öffnet online die Bezahlschranke

180-Grad-Wende bei der "Sun": Die Onlineausgabe der britischen Boulevardzeitung soll zukünftig wieder kostenlos sein. Es wäre eine Richtungsentscheidung der zurückgekehrten Managerin Rebekah Brooks. 2013 war eine Paywall eingeführt worden.

News-UK-Managerin Brooks: "Sun"-Leserschaft soll wieder wachsen
REUTERS

News-UK-Managerin Brooks: "Sun"-Leserschaft soll wieder wachsen


Die "Sun" setzt zukünftig auch online wieder auf Reichweite: Wie der "Guardian" berichtet, will News UK, das britische Tochterunternehmen von Rupert Murdochs News Corp, die erst im August 2013 eingeführte Bezahlschranke für Leser seiner Boulevard-Website "thesun.co.uk" wieder öffnen.

Der "Guardian" zitiert aus einer E-Mail, die die News-UK-Chefin an ihre Mitarbeiter geschickt habe: Es sei eine der ersten zukünftigen Prioritäten ihrer Arbeit, die Leserschaft der "Sun" zu erweitern. "Das wird bedeuten, dass wir die 'Sun' in der digitalen Welt am 30. November ganz überwiegend gratis machen werden."

Die Öffnung der Bezahlschranke ist wohl als Reaktion auf den stetig wachsenden Vorsprung von Mitbewerbern wie "Mail online" zu werten. Vor Einführung der Paywall hatte die "Sun" allerdings auch schon weit hinter dem Internetangebot der "Daily Mail" zurückgelegen.

Rebekah Brooks sagte der vom "Guardian" zitierten Mail zufolge, man wisse aus der Bezahlzeit nun mehr über die Leser denn je zuvor. Brooks kehrte im September 2015 in den News-Verlag zurück, nachdem sie im Prozess um den Abhörskandal des Murdoch-Blattes "News Of The World" freigesprochen worden war.

Die Freischaltung der "Sun" kann als erste Richtungsentscheidung der Managerin gewertet werden. Das publizistische Flaggschiff von News UK, die "Times", ist bereits seit 2010 nur für zahlende Kunden im Internet zugänglich.

feb



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arno.crypto.nymous 30.10.2015
1. Ich vermute mal …*
… das die Paywall wohl doch nicht so erfolgreich war, wie man sich das erhofft hatte. Daher öffnet man sich jetzt wieder und versucht, sich selbst wieder bekannter zu machen. The Sun ist in England das, was wir hier als BILD-Zeitung bezeichnet. Bild wird sich im kommenden Jahr genau an der selben Position befinden, wie jetzt The Sun, nur ob die dann ihre Kunden wieder bekommt, bleibt fraglich.
maphry 30.10.2015
2. Sun und Bild
Der Vergleich von Sun und Bild wird immer gern gezogen, ist aber auf Grund der Wichtigkeit nicht ganz gegeben. Bis auf die Großstadtregionen hat die Bildzeitung quasi ein Monopol im Boulevard-Tageszeitungsmarkt. In England gibt es dort um einiges mehr Konkurrenz und gerade die Daily Mail, die aus deutscher Sicht extrem rechts ist macht der Sun gehörig Konkurrenz. Daher sind die Vergleiche zwischen Sun und Bild selten zielführend.
Nordstadtbewohner 30.10.2015
3. Mitnichten!
Zitat von arno.crypto.nymous… das die Paywall wohl doch nicht so erfolgreich war, wie man sich das erhofft hatte. Daher öffnet man sich jetzt wieder und versucht, sich selbst wieder bekannter zu machen. The Sun ist in England das, was wir hier als BILD-Zeitung bezeichnet. Bild wird sich im kommenden Jahr genau an der selben Position befinden, wie jetzt The Sun, nur ob die dann ihre Kunden wieder bekommt, bleibt fraglich.
Die Bild lässt sich nicht eins zu eins mit der Sun vergleichen. Erstere hat trotz allem noch ein gewisses Niveau. Fakt ist, dass die Zeitungen in Zukunft auf zahlende Kundschaft (aus dem Internet) setzen müssen, denn die Printauflage wird nicht mehr zur Finanzierung der Redaktion reichen.
FocusTurnier 30.10.2015
4. Wer Geld verdienen will....
.....muss wohl Qualität liefern. Das scheint Brooks erkannt zu haben. Wenn man keine Qualität liefern kann, muss man den ganzen Kram halt kostenlos vrrschleudern. Der DJV kommt gar nicht auf die Idee, daß Kunden für qualitativ hochwertigen Journalismus zahlen würden. Man möchte lieber, daß der Kunde alles kaufen MUSS: "Wir werden ein ähnliches Modell wie bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten brauchen. Ich halte es für realistisch, dass eine Haushaltsabgabe für Zeitungen, egal ob sie als Printprodukte oder online erscheinen, eingeführt wird. Wie soll sonst zum Beispiel Lokalpolitik noch an die Bürger vermittelt werden? Dafür brauchen wir starke Lokal- und Regionalzeitungen."" http://www.golem.de/news/djv-journalisten-verband-will-haushaltsabgabe-fuer-printmedien-1510-117199.html
tommahawk 31.10.2015
5. Zwangsabgabe?
Die Forderung von Zwangsabgaben für die Finanzierung von Online-Journalismus ist schon recht "grün". Den Menschen eine Lebensweise aufzuzwingen ist nicht richtig. Dann könnte man auch einen Zwangs-Veggieday einführen und den Leuten Mittwochs den Fleischkauf verteuern, oder eine Solidaritätsabgabe für Handwerksbäcker einführen, die von Aldi, Lidl und Co. attackiert werden, oder wie wäre es mit staatlichen Subventionen für Fahrräder ohne Elektroantrieb? Eine staatlich vorgegebene Eintrittsbefreiung für den Besuch von Schwimmbädern? Lustig wäre doch auch ein Obstzwang beim Einkauf: Mindestens 15% der Supermarktrechnung muss auf Fallobst entfallen (wie der Name schon sagt). Nein, so geht das nicht. Auch die GEZ-Gebühr gehört zur Hölle gejagt. Das sind Regelungen von vorgestern! Anbieter von Services und Produkten müssen sich um die Menschen bemühen. Gelingt es nicht, die Menschen zu gewinnen, gibt es keinen Grund, das System künstlich am Leben zu erhalten.
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