Theodor-Wolff-Preis Journalismus mit Auszeichnung

Man braucht keinen Polit-Skandal für eine große Story. Manchmal tut es auch ein ganz normaler Tag im Amtsgericht oder die Kultur von Fußballfans. Bei der diesjährigen Verleihung des Theodor-Wolff-Preises für Journalisten war Vielseitigkeit Programm.


Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat heute die Namen der sechs Preisträger des Theodor-Wolff-Preises 2006 bekannt gegeben. Im September bekommen sie die Auszeichnung.

Maxim Leo von der "Berliner Zeitung" erhält den Preis in der Kategorie "Allgemeines" für seinen Beitrag über den gescheiterten Jungunternehmer Lars Windhorst. In dieselbe Kategorie fällt der Preis für Marc Brost ("Die Zeit"), der Josef Ackermann porträtierte. Ausgezeichnet hat die Jury auch Stefan Geiger von der "Stuttgarter Zeitung" in der Sparte "Leitartikel/Kommentar/Essay" für seinen Beitrag über staatliche Handlungsmöglichkeiten in einer globalisierten Welt.

Zwei Preise in der Kategorie "Lokales" gehen an Jens Voitel und Christine Kröger. Voitel beschreibt in der "Emdener Zeitung" eine ganz normale Woche am Emdener Amtsgericht. Kröger wird für seinen Beitrag im "Weser-Kurier" geehrt: einen Artikel über die Fan- und Hooligan-Szene im Bremer Fußballstadion.

Der Preis für das Lebenswerk geht an Karl Feldmeyer, langjähriger Korrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in Bonn und später in Berlin.

Die Preise sind mit 6000 Euro dotiert und werden seit 1961 vergeben. An der Ausschreibung hatten sich 386 Journalisten beteiligt, das sind 84 mehr als im vergangenen Jahr.

Der Theodor-Wolff-Preis gilt als renommierteste Auszeichnung der deutschen Zeitungsbranche. Der Preis erinnert an Theodor Wolff, den Chefredakteur des "Berliner Tageblatts". 1933 musste der Journalist vor den Nazis nach Frankreich fliehen. Dort wurde er verhaftet und der Gestapo ausgeliefert. Wolff starb 1943 in Berlin.



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