"Titanic"-Partei Morgen steht die Mauer wieder

Die "Partei" des Satire-Magazins "Titanic" startet in den Wahlkampf: Zur Feier ihrer Zulassung zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will Parteivorsitzender Martin Sonneborn morgen die Berliner Mauer neu errichten - direkt vor dem Brandenburger Tor.


"Titanic"-Chef Sonneborn (im November 2004 in Philippsthal): "Wider die Einheitsheuchelei"
DPA

"Titanic"-Chef Sonneborn (im November 2004 in Philippsthal): "Wider die Einheitsheuchelei"

Berlin - Die Generalprobe für die Satire-Aktion fand bereits im November letzten Jahres im hessischen Philippsthal statt: Martin Sonneborn, "Titanic"-Chefredakteur und Vorsitzender der von dem Magazin gegründeten Polit-Organisation "Die Partei", errichtete mit einigen Bauarbeitern ein Teilstück der Mauer. Ziel der "Partei" ist schließlich die "endgültige Teilung Deutschlands", so jedenfalls steht es - als Vermächtnis des verstorbenen "Titanic"-Gründers Chlodwig Poth - im Impressum des Heftes. "Weil die Politik immer satirischer wird, muss 'Titanic' politisch werden", formuliert Sonneborn in der "taz" das Credo der "Partei".

Am Mittwoch war die Satire-Partei zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zugelassen worden, ein Ereignis, das nun mit einem publikumswirksamen Wahlkampf-Akt gefeiert werden soll: Nicht mehr in der hessischen Pampa an der Grenze zu Thüringen, sondern direkt vor dem Brandenburger Tor, mitten in Berlin, wollen Sonneborn und Genossen ihre Mauer am Samstag aufbauen. Als "Zugpferd" habe man den Ärzte-Bassisten Rod Gonzales gewinnen können, sagte Sonneborn der Nachrichtenagentur dpa. Vor der "symbolischen Wiedererrichtung der Mauer" will die "Partei" von der Siegessäule zum Pariser Platz marschieren. Motto der Demonstration: "Marsch auf das Brandenburger Tor - Wider die Einheitsheuchelei".

Jeder könne sich aussuchen, was die "Partei" für ihn repräsentieren soll, sagte Sonneborn der "taz": "Wir bedienen das dumpfe Ressentiment genauso wie humanistische, intellektuell abgefederte Feuilleton-Perspektiven."



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