Trauer um Comiczeichner Vater von "Fix und Foxi" gestorben

Rolf Kauka, der Schöpfer der Comic-Figuren "Fix und Foxi", ist im Alter von 83 Jahren in den USA gestorben.


Rolf Kauka: "Deutscher Walt Disney"
DPA

Rolf Kauka: "Deutscher Walt Disney"

München - Rolf Kauka starb am Mittwoch auf seiner Plantage in Thomasville im US-Bundesstaat Georgia. Dies bestätigte eine Sprecherin der RTV Family Entertainment AG.

Der 1917 in Markranstädt bei Leipzig geborene Kauka erkannte früh die Erfolgschancen für Comics. Als in den frühen fünfziger Jahren die ersten Hefte aus den USA auf dem deutschen Markt erschienen, begann er, seine eigenen Comic-Charaktere zu entwickeln. 1952 entwarf er die Heftreihe "Till Eulenspiegel", in der in Band 6 erstmals die beiden schlauen Füchse "Fix und Foxi" auftauchten. Die als eine Art "Max und Moritz der Fünfziger" konzipierten Helden begeisterten mit ihren harmlosen Streichen ein ständig wachsendes Publikum. Ihre fiktive Heimat Fuxholzen wurde zur Hauptstadt des real existierenden Kauka-Imperiums. Der Erfolg des Zeichners war so beachtlich, dass Kauka oft anerkennend als der "deutsche Walt Disney" bezeichnet wurde.

Nicht nur seinen eigenen Schöpfungen verhalf Kauka zum Erfolg. Er machte auch Comicreihen aus Frankreich und Belgien in Deutschland bekannt, indem er sie in seinen Heften abdruckte. Figuren wie "Lucky Luke" und "Gaston" verdanken Rolf Kauka ihren Einzug in die deutsche Kultur. Und auch "Asterix und Obelix" traten ihren Siegeszug zuerst in seinen Publikationen an. In der deutschen Übersetzung wurde aus den beiden Galliern allerdings das Germanen-Duo Siggi und Barrabas.

Comicduo Fix und Foxi
2000 Rolf Kauka/ Egmont Epha Verlag GmbH

Comicduo Fix und Foxi

Mit "Fix und Foxi" erreichte Kauka allein in Deutschland eine wöchentliche Auflage von bis zu 400.000 Exemplaren. Die Geschichten von Fix, dem pfiffigen Draufgänger mit Haartolle, der seinen Bruder Foxi zu Höchstleistungen antreiben muss, gehörten zur beliebtesten Lektüre vieler Kinder. Lupo und Lupinchen, Oma Eusebia, Onkel Fax und Professor Knox waren die weiteren Figuren der legendären Comic-Reihe.

Anfang der siebziger Jahre produzierte Kauka Kurzfilme mit "Fix und Foxi" und längere Zeichentrickfilme. 1973 verkaufte er seinen Verlag an den Pabel-Moewig-Verlag, behielt aber das Mitspracherecht an seinen Figuren. Zwei Jahre später gründete er die Kauka Comic Akademie, eine Schule für Comic-Autoren. In der Folgezeit wurde es stiller um Kauka, er zog sich mit seiner aus Ravensburg stammenden Frau Alexandra auf seine Plantage in Georgia zurück. Von dort steuerte er jedoch weiterhin die Vermarktung von "Fix und Foxi". Zuletzt entstanden in Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma RTV auch Zeichentrickfolgen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.