Türkei Gericht verurteilt sechs "Zaman"-Journalisten zu langjährigen Freiheitsstrafen

Sechs Journalisten sind in der Türkei zu Freiheitsstrafen zwischen acht und zehn Jahren verurteilt worden. Ihre Zeitung "Zaman" war das wichtigste Medium der Gülen-Bewegung.

Gericht in Istanbul
AP

Gericht in Istanbul


Ein Gericht in Istanbul hat langjährige Freiheitsstrafen gegen sechs Journalisten der mittlerweile geschlossenen Zeitung "Zaman" verhängt. Es befand sie wegen Verbindungen zum Putschversuch vom Juli 2016 und zur Gülen-Bewegung für schuldig. Verurteilt wurden sie wegen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrorgruppe zu Haftstrafen zwischen acht und zehn Jahren. Für fünf weitere Zeitungsmitarbeiter gab es Freisprüche. Den Angeklagten hatten sogar lebenslange Haftstrafen gedroht.

Die beiden bereits inhaftierten Journalisten Mümtazer Türköne und Mustafa Ünal müssen für zehn Jahre und sechs Monate hinter Gitter. Ihre Kollegen Sahin Alpay und Ali Bulac wurden zu acht Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt, werden aber unter Bedingungen freigelassen, wie die private Nachrichtenagentur DHA meldete. Sie dürfen die Türkei nicht verlassen und müssen regelmäßig bei der Polizei vorstellig werden.

Das gilt auch für Ibrahim Karayegen und Ahmet Turan Alkan. Sie wurden zu neun Jahren beziehungsweise acht Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt. Auch sie bleiben bedingt auf freiem Fuß.

Die Zeitung "Zaman" war eine der größten Tageszeitungen der Türkei und galt als Sprachrohr der Bewegung des im US-Exil lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft Gülen vor, hinter dem Putschversuch zu stecken, was dieser zurückweist.

Im Zuge des nach dem Putschversuch verhängten Ausnahmezustands wurden in der Türkei mehr als 77.000 vermeintliche Gülen-Anhänger inhaftiert. Zudem wurden 140.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert, darunter Lehrer, Richter und Polizisten. Ein Großteil der Inhaftierten wartet noch immer auf ein Verfahren. Erdogan hat nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl Ende Juni versprochen, den Ausnahmezustand aufzuheben.

cte/AFP

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