Türkei Haftbefehle gegen 47 "Zaman"-Mitarbeiter

Gegen 47 ehemalige Mitarbeiter der türkischen Zeitung "Zaman" sind Haftbefehle erlassen worden. Das ehemals regierungskritische Blatt war erst im März unter Zwangsverwaltung gestellt worden.

Tageszeitung "Zaman"
DPA

Tageszeitung "Zaman"


Gegen 47 ehemalige leitende Angestellte, Journalisten und Kolumnisten der türkischen Tageszeitung "Zaman" wurde ein Haftbefehl erlassen. Das teilte ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch mit.

"Zaman" zählt zu den größten Publikationen der Türkei. Die ehemals regierungskritische Zeitung gehörte zur Hismet-Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den die türkische Regierung für den Putschversuch verantwortlich macht.

Die Redaktionsräume waren schon im März von der Polizei unter Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern gestürmt worden. Kurz darauf wurde das Blatt unter Zwangsverwaltung gestellt und auf Regierungslinie gebracht.

Erst am Montag war bekannt geworden, dass auch 42 weitere Journalisten inhaftiert werden sollen. Einer der 42 Haftbefehle soll sich laut dem privaten Nachrichtensender NTV gegen die bekannte Kommentatorin und Ex-Parlamentarierin Nazli Ilicak richten. Sie war 2013 wegen kritischer Berichterstattung über einen Korruptionsskandal von der regierungsnahen Zeitung "Sabah" entlassen worden.

kae/afp

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paulvernica 27.07.2016
1. verboten sind jetzt auch
die Buchstaben G-Ü-L-E-N aus dem türkischen Alphabet. Soweit wird es kommen. Und in der Tat war der Buchstabe Z während der griechischen Militärdiktatur verboten. Sowas gibt's.
hans.bertram 27.07.2016
2. Solange
Erdogan Merkels Schulterschluss in seinem Treiben hat, wird er weitermachen. Merkel hat mit ihrem Deal aus einem Straßenjungen einen Politiker gemacht. Nun duldet sie durch Unterlassen. Und das ganze Unrecht geschieht nur, um ihr Versagen und ihre Fehlentscheidungen zu decken. Wenn jetzt am kommenden Wochenende die Erdogan Türken auf die Kurden treffen, dazu noch ei paar braune und rote Spinner, wird das ein nettes Treffen in Sachen Demokratie. Die Polizeikräfte werden für solche nicht auf unseren Boden gehörenden Auseinandersetzungen verheizt. Jäger wird anschließend wieder erklären, dass er bei sich kein Versagen sieht und Reker hat von allem wieder nichts gewusst. Germany as usual.
butchboy 27.07.2016
3. wenn ich mir das
Interview von Erdogan anschaue vorgestern ard könnt ich...... absolut lächerlich er ist mit vorauseilendem Gehorsam behandelt worden. Da hätte ich mir um einiges mehr erwartet. U dann die Frage nach der Todesstrafe so nebenbei ich fass es nicht. Absolut schwaches Interview ist noch harmlos ausgedrückt
claudiosoriano 27.07.2016
4. Wenn
Zitat von paulvernicadie Buchstaben G-Ü-L-E-N aus dem türkischen Alphabet. Soweit wird es kommen. Und in der Tat war der Buchstabe Z während der griechischen Militärdiktatur verboten. Sowas gibt's.
das so weitergeht mit den Einkerkern von türkischen Journalisten, kann Erdowahn bald mal anfragen ob nicht deutsche Journalisten aushelfen können. Die sind in der Regel Handzahmer und stehen des öfteren auf Seiten der Regierung, egal was für ein Chaos diese anrichten. Ironie...AUS!
hansgustor 27.07.2016
5. Erdogan-Versteher
Jetzt kommen gleich wieder die Erdogan-Versteher und sagen dass es leider notwendig ist die Rechtsstaatlichkeit außer Kraft zu setzen, weil man sonst die bösen Gülen-Versteher nicht los wird, die auf Facebook mal einen bösen Link geteilt haben. Außerdem will Erdogan ja nur den Volkeswille durchsetzen und führt daher die Todesstrafe ein. So wie es Volkeswille war dass Gezi-Demonstranten sterben, Erdogans Palast mitten ins Naturschutzgebiet gebaut wird oder dass die Ermittlungen gegen seinen korrupten Sohn eingestellt werden. Erdogan tut wirklich alles für sein Volk, auch wenn es schwer fällt.
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