In der Türkei inhaftierter Journalist Gabriele Del Grande ist frei

14 Tage saß er in der Türkei in Haft, weil er an der türkisch-syrischen Grenze Flüchtlinge interviewen wollte. Jetzt hat der italienische Außenminister verkündet: Del Grande ist auf dem Weg nach Hause.

Gabriele Del Grande
AFP

Gabriele Del Grande


Der in der Türkei inhaftierte italienische Journalist Gabriele Del Grande ist freigelassen worden. Auf Twitter schreibt der italienische Außenminister Angelino Alfano, Del Grande befinde sich auf dem Weg nach Italien. Auch seine Angehörigen seien bereits informiert worden. Und weiter: "Wir erwarten ihn."

In einem zweiten Tweet bedankt sich Alfano bei Mevlüt Cavusoglu, dem Außenminister der Türkei. Der habe ihm telefonisch "die Entscheidung mitgeteilt". Die italienische Regierung hatte vor fünf Tagen die Freilassung des Journalisten gefordert. Etwa zur selben Zeit war Del Grande in einen Hungerstreik getreten, um gegen seine menschenrechtswidrige Behandlung zu protestieren. Del Grande war für insgesamt 14 Tage ohne juristischen Beistand und ohne eine offizielle Anklage an zwei unterschiedlichen Orten in der Türkei festgehalten worden.

Laut italienischen Medien schien die Situation zunächst festgefahren zu sein. Die türkischen Behörden reagierten nicht auf die offiziellen Anfragen des italienischen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten. Über die inoffiziellen Kanäle schien es besser zu laufen. Außenminister Alfano sprach gegenüber dem italienischen Fernsehen von seiner Zufriedenheit mit der "Arbeit im Stillen, die über die letzten Tage gemacht wurde".

Del Grand war italienischen Medien zufolge am 9. April von der türkischen Polizei festgenommen worden, als er versuchte, syrische Flüchtlinge an der Grenze zwischen Syrien und der Türkei zu interviewen. Del Grande ist neben seiner journalistischen Tätigkeit auch als Blogger und Menschenrechtsaktivist aktiv. Sein Blog "Fortress Europe" (Festung Europa) befasst sich mit der Flüchtlingstragödie im Mittelmeer.

Im Fall des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel hatte die deutsche Bundesregierung lange darum gekämpft, ihn im Gefängnis konsularisch betreuen zu dürfen. Da saß er schon mehr als 50 Tage in Haft. Eine Auslieferung schließt die türkische Regierung weiterhin aus.

gia

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