Türkei Nobelpreisträger fordern Freilassung kritischer Journalisten

Über hundert Journalisten sind noch immer in der Türkei inhaftiert. In einem offenen Brief an Präsident Erdogan fordern nun 44 Nobelpreisträger die Freilassung der zu Unrecht gefangenen.

Inhaftierte Journalistin Nazli Ilicak (Archivbild vom 26.7.2016)
AFP/ Ihlas News Agency

Inhaftierte Journalistin Nazli Ilicak (Archivbild vom 26.7.2016)


In einem offenen Brief an Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan haben 44 Nobelpreisträger die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit in der Türkei und die Freilassung kritischer Journalisten gefordert. "Wir rufen zur Aufhebung des Ausnahmezustands auf, zu einer schnellen Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und zur uneingeschränkten Rede-und Meinungsfreiheit", heißt es in dem am Donnerstag von der Nichtregierungsorganisation P24 verbreiteten Schreiben.

Unterzeichnet haben unter anderem die deutsche Schriftstellerin Herta Müller und die österreichische Autorin Elfriede Jelinek, die beide mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurden.

In dem Schreiben wird vor allem auf die Verurteilung des prominenten Journalisten Ahmet Altan, seines Bruders Mehmet Altan, der Autor und Ökonomieprofessor ist, und der Journalistin Nazli Ilicak zu lebenslanger Haft eingegangen. Eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit würde zur Freilassung der Altan-Brüder und Ilicak führen, die "unrechtmäßig" inhaftiert seien, hieß es. Lesen Sie hier Kurzporträts inhaftierter türkischer Journalisten.

Seit dem Putschversuch vom Juli 2016, für den die türkische Führung den islamischen Prediger Fethullah Gülen verantwortlich macht, gehen die Behörden gegen mutmaßliche Gülen-Anhänger, aber auch gegen Oppositionelle vor. Nach Angaben von P24 sind zurzeit mehr als 150 Journalisten in der Türkei inhaftiert. Zahlreiche Medien wurden geschlossen und Webseiten blockiert. Erst am Vortag hatten die Behörden den Zugang zum kritischen Online-Medium Ahval von der Türkei aus gesperrt.

Der "Welt"-Journalist Deniz Yücel war im Februar nach über einem Jahr in Haft freigelassen worden. Lesen Sie hier eine Rekonstruktion seiner Gefangenschaft.

feb/dpa



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