Türkei ZDF-Korrespondent erhält Arbeitserlaubnis zurück

Der Leiter des ZDF-Studios in Istanbul, Jörg Brase, darf nun doch weiter aus der Türkei berichten. Seine Arbeitserlaubnis war zunächst nicht verlängert worden.

Die Korrespondenten Jörg Brase (r.), ZDF, und Thomas Seibert, Reporter des "Tagesspiegel"
DPA

Die Korrespondenten Jörg Brase (r.), ZDF, und Thomas Seibert, Reporter des "Tagesspiegel"


Die Türkei hat ihre Entscheidung korrigiert: Der ZDF-Korrespondent Jörg Brase darf nun doch weiter aus Istanbul berichten. Das teilte das ZDF mit.

Der Leiter des ZDF-Studios war am Sonntag nach Deutschland zurückgekehrt, nachdem er ohne offizielle Begründung in einer Mail mitgeteilt bekommen hatte, dass sein Antrag auf Verlängerung der Pressekarte nicht verlängert würde.

Auch zwei weiteren deutschen Korrespondenten war auf diese Weise die Arbeitserlaubnis entzogen worden, der "Tagesspiegel"-Reporter Thomas Seibert musste ebenfalls die Türkei verlassen. Die Bundesregierung hatte darauf mit Unverständnis reagiert und angekündigt, weiter die Interessen der Korrespondenten vertreten zu wollen. Das Auswärtige Amt hatte nach der Ausweisung die Reisehinweise für das Land verschärft.

Die Pressekarten ausländischer Korrespondenten laufen jedes Jahr Ende Dezember ab und müssen dann neu beantragt werden. Die Karten gelten als Arbeitserlaubnis, sind aber auch Grundlage für die Ausstellung einer Aufenthaltsgenehmigung.

cpa



insgesamt 7 Beiträge
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charlybird 12.03.2019
1. Man
kann sich im politischen Geschäft auf verschiedene Art und Weise lächerlich machen, aber die Türkei nimmt mittlerweile auf allen Ebenen die dämlichsten Möglichkeiten mit einer Treffsicherheit wahr, dass man sich die Augen reibt.
Partyzant 12.03.2019
2. so schnell kann es gehen
die Reisemwarnung war genau richtig, sonst wäre nix passiert. das ist die Sprache die Erdogan versteht.
m.klagge 12.03.2019
3. Jetzt mal ehrlich,
wer soll denn bitte vor dem ZDF Angst haben. Die Damen und Herren in den Redaktionen haben die Schere doch seit Beginn der Tätigkeiten im Kopf. Anders sieht es bei dem Mann vom Tagesspiegel aus. Da muss das Regime in der Türkei durchaus befürchten mal was zu lesen, dass den Herrschaften nicht in den Kram passt. Klar, dass der Mann draussen bleiben muss.
Milch-Mueller 12.03.2019
4. Nein, lieber Spiegel!
Nicht die Türkei hat ihre Entscheidung korrigiert (eigentlich revidiert), sondern eine Behörde oder villeicht ein (leitender) Beamter in einer Behörde. Aber den Vorgang so zu beschreiben, wie es tatsächlich gewesen ist, taugt nicht , die Türkei (und damit Erdogan) in ein bestimmtes Licht erscheinen zu lassen. Zur freien Presse und Meinungsvervielfältigung gehört auch, fair und objektiv zu berichten und eigene Kommentare und Meinungen als solche zu kennzeichnen. Wird dieses jahrelang ignoriert und bzw immer nur einseitig berichtet, so hat auch jeder das Recht sich im Rahmen der Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu wehren. Und ich spreche jedem Leser dieser Zeilen, der keine zwei Politiker ausser Erdogan nennen kann, das Recht ab, entscheiden zu können, ob aus der Türkei fair, objektiv und ausgewogen berichtet wird.
stollm 12.03.2019
5.
Zitat von Milch-MuellerNicht die Türkei hat ihre Entscheidung korrigiert (eigentlich revidiert), sondern eine Behörde oder villeicht ein (leitender) Beamter in einer Behörde. Aber den Vorgang so zu beschreiben, wie es tatsächlich gewesen ist, taugt nicht , die Türkei (und damit Erdogan) in ein bestimmtes Licht erscheinen zu lassen. Zur freien Presse und Meinungsvervielfältigung gehört auch, fair und objektiv zu berichten und eigene Kommentare und Meinungen als solche zu kennzeichnen. Wird dieses jahrelang ignoriert und bzw immer nur einseitig berichtet, so hat auch jeder das Recht sich im Rahmen der Demokratie und Rechtstaatlichkeit zu wehren. Und ich spreche jedem Leser dieser Zeilen, der keine zwei Politiker ausser Erdogan nennen kann, das Recht ab, entscheiden zu können, ob aus der Türkei fair, objektiv und ausgewogen berichtet wird.
Die Türkei derzeit eine Demokratie und einen Rechtstaat zu nennen muss einem erst mal einfallen.
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