Kunst aus Alltagsgegenständen Britin Helen Marten gewinnt Turner-Preis

Münzen, Wattestäbchen und Schüsseln zu Skulpturen und Installationen: Für ihre Kunst aus Alltagsgegenständen hat die 30 Jahre alte Helen Marten den renommierten britischen Turner-Preis erhalten.

DPA

Der renommierte britische Turner-Preis geht in diesem Jahr an Helen Marten. Die 30-jährige Künstlerin aus dem Nordwesten Englands überzeugte die Jury mit Skulpturen, die aus alltäglichen Gegenständen gemacht sind.

Marten nutzt für ihre Kunst zum Beispiel Münzen, Wattestäbchen oder Schüsseln. Die Jury pries die "poetische und mysteriöse Kraft" ihrer Werke. Einem breiteren Publikum bekannt wurde Marten mit ihren Videos, Skulpturen und Objekten 2012, als sie nach wenigen hochgelobten Galerie-Präsentationen ihre erste Einzelschau in der Kunsthalle Zürich bekam.

Marten zeigte sich bei der Preisverleihung sichtlich gerührt. In ihrer Dankesrede feierte sie die britische Künstlerin und Hochschullehrerin Josephine Pryde, die in Berlin und London arbeitet sowie Anthea Hamilton, Michael Dean, die alle drei mit ihr nominiert waren, als "brillante und aufregende" Finalisten.

In einem anschließenden BBC-Interview rief sie zu mehr Toleranz und Mitmenschlichkeit auf. "Die Welt stürzt von einer Krise in die nächste und das Mindeste, was wir tun können, ist, nicht nur passive Zuschauer zu sein", sagte Marten.

Der nach dem Maler William Turner benannte Preis gilt als die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst. Geehrt werden Künstler unter 50 Jahren, die in Großbritannien geboren wurden, dort leben oder arbeiten. Der Preisträger erhält 25.000 Pfund (knapp 30.000 Euro). Er wurde in diesem Jahr zum 32. Mal vergeben.

Installationen von Marten sind noch bis zum 2. Januar 2017 in der Tate Britain in London zu sehen.

sun/dpa/AP



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