Turner tobt "Rupert Murdoch ist ein Kriegstreiber"

CNN-Gründer Ted Turner wirft dem Medienmogul Rupert Murdoch Kriegtreiberei vor. Die Berichterstattung amerikanischer Medien über den Irak-Krieg wurde auch von BBC-Intendant Greg Dyke scharf kritisiert.


Ted Turner: Er wollte selbst als Kriegsreporter in den Irak, doch sein eigener Sender sagte nein
AFP

Ted Turner: Er wollte selbst als Kriegsreporter in den Irak, doch sein eigener Sender sagte nein

San Francisco/London – "Er hat den Krieg gefördert", warf AOL-Großaktionär Ted Turner seinem Konkurrenten Rupert Murdoch vor. In einer Rede beim "Commonwealth Club" in San Francisco nannte er den Besitzer des Medienimperiums News Corporation einen "Kriegstreiber".

Ted Turner beklagte außerdem die zunehmende Medienkonzentration in den USA: "Zu wenigen Leuten gehört zuviel." Zur Konkurrenz zwischen Murdochs Nachrichtensender Fox und dem von ihm gegründeten Sender CNN sagte Turner: "Nur weil deine Quote besser ist, heißt das nicht, dass du besser bist." Fox hatte bei der Berichterstattung über den Irak-Krieg den Quoten-Wettbewerb gegen CNN gewonnen. Rupert Murdoch hatte dabei auf eine sehr positive Berichterstattung über den Krieg gesetzt.

Kritik an den amerikanischen Medien kam auch aus Großbritannien. "Wir waren wirklich schockiert, als wir gehört haben, dass die größte Radiogruppe der Vereinigten Staaten ihre Frequenzen dafür genutzt hat, Veranstaltungen für den Krieg zu organisieren", sagte Greg Dyke, Intendant der staatlichen britischen Rundfunkanstalt BBC, in Anspielung auf die US-Mediengruppe Clear Channel. Auch die "entschieden politische Haltung" von Rupert Murdochs "Fox News" habe ihn überrascht, sagte Dyke. In der Zeitung "Guardian" warnte er die britische Regierung vor einer Liberalisierung und damit "Amerikanisierung" des britischen Medienmarktes.

Reporter im Irak: Hier bei einer Presse-Konferenz der US-Armee
AP

Reporter im Irak: Hier bei einer Presse-Konferenz der US-Armee

Dyke bestritt den Vorwurf der britischen Regierung, die BBC habe zu Irak-freundlich berichtet. Das sei "absurd", sagte er. "Wenn der Irak-Krieg irgendetwas bewiesen hat, dann, dass die BBC es sich nicht erlauben kann, Patriotismus und Journalismus zu vermischen. Das genau geschieht in den USA, und wenn es sich fortsetzt, wird es die Glaubwürdigkeit der elektronischen Nachrichtenmedien in den USA untergraben."

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