TV-Sendungen Kabel 1 musste "Judas Show" umbenennen

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hat dem TV-Sender Kabel 1 verboten, für seine neue Show den Titel "Judas Game" zu benutzen. Zuvor hatte bereits der Zentralrat der Juden protestiert. Am Abend wurde die erste der sechs Folgen dann als "J-Show" ausgestrahlt.


München - Der Fernsehausschuss begründete seine einstimmige Entscheidung damit, dass der vorgesehene Titel "Judas-Show" geeignet sei, "religiöse Gefühle zu verletzen und antisemitische Ressentiments zu provozieren". Im "historischen Kontext, insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus, wurde der Name 'Judas' über den Inbegriff des Lügners und Verräters hinaus mit dem Bild 'des Juden' gleich gesetzt", heißt es weiter. Mit diesem Beschluss werde die Entscheidung des Ausschusses vom 29. Januar "ausdrücklich bestätigt".

Der Privatsender startete zwar am Donnerstag die erste von sechs Folgen, nannte sie aber "J-Show". Jeder der sechs Kandidaten muss in der Staffel die Mitspieler mit seiner persönlichen Leidensgeschichte davon überzeugen, dass er den Gewinn von 40.000 Euro unbedingt braucht. Einer der Teilnehmer hat seine Geschichte jedoch nur erfunden.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte gegen den Titel "Judas Game" protestiert. "Die Auswahl des Titels (...) für eine Spielshow im Kabel 1 Fernsehen ist instinktlos und birgt die akute Gefahr verbaler Brandstiftung", sagte Charlotte Knobloch, Vizepräsidentin des Zentralrats. Damit würden immer noch "latent vorhandene, antisemitische Ressentiments" angesprochen.



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