TV-Unternehmer Moderator Hans Meiser meldet Insolvenz an

Ist der Rest jetzt Schweigen? Hans Meiser, Urvater des nachmittäglichen Fernsehtalks in Deutschland, hatte sich zuletzt darauf konzentriert, TV-Sendungen zu produzieren - und ist damit offenbar gescheitert.


Köln/Hamburg - Er war der Meister des verplapperten Nachmittags: Mit seiner 1992 gestarteten Show "Hans Meiser" bereitete der Moderator den Weg für all die alltäglichen Trash-Talks aus dem Hause Fliege, Kiesbauer und Int-Veen. Nachdem die Sendung 2001 eingestellt worden war, hatte sich Hans Meiser allerdings vor der Kamera rar gemacht und sich auf die Arbeit dahinter konzentriert - mit seiner Fernsehproduktionsfirma CreaTV.

Talkmaster Meiser: Meldete Insolvenz an
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Talkmaster Meiser: Meldete Insolvenz an

Wie jetzt bekannt wurde, musste Meisers Unternehmen nach zwei geplatzten Projekten einen Insolvenzantrag stellen.

Der vorläufige Insolvenzverwalter, Christoph Niering, bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Branchendienstes kress.

Für eine Stellungnahme gegenüber SPIEGEL ONLINE war bei Meisers Firma in Hürth niemand zu erreichen.

Klaus Wollscheid, Redaktionsleiter der Fernsehproduktionsfirma CreaTV Sachsen mit Sitz in Leipzig bestätigte SPIEGEL ONLINE allerdings, dass die Hürther Firma einen Insolvenzantrag gestellt habe - betonte aber, dass die CreaTV Sachsen davon nicht direkt betroffen sei. Die Leipziger Firma befinde sich seit 2007 in der Hand von Hans Meisers Tochter.

Zu ihren erfolgreichsten Zeiten produzierte die CreaTV Fernsehproduktions GmbH für den Kölner Privatsender RTL Sendungen wie "Der heiße Stuhl" sowie die nachmittäglichen Talkshows "Hans Meiser" und "Bärbel Schäfer".

Das Unternehmen und der vorläufige Insolvenzverwalter seien jetzt im engen Gespräch, um die weitere Vorgehensweise abzuklären, teilte Niering mit. Zu den möglichen Rettungschancen des Unternehmens mit früher 150 Beschäftigten wurden keine Angaben gemacht.

Allerdings äußerte sich Niering zu den Gründen für das drohende Aus: Zwei abgesprungene Investoren hätten die Firma finanziell ins Schleudern gebracht. In einer Mitteilung heißt es: "Zwei bereits als sicher verbuchte Projekte konnten Anfang dieses Jahres nach dem überraschenden Ausstieg der Investoren nicht umgesetzt werden und haben maßgeblich zu der jetzt eingetretenen Situation beigetragen."

Gerade die Unterhaltungsbranche bekomme die allgemeine Zurückhaltung externer Geldgeber bei der Finanzierung neuer Projekte unmittelbar zu spüren. Nach Angaben des Juristen hatten Hans Meiser und RTL CreaTV 1992 gegründet.

tdo/dpa



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