Unfall von Uma Thurman Tarantino bedauert folgenschweren Stunt

Hat Quentin Tarantino seine mehrmalige Hauptdarstellerin zu einem gefährlichen Einsatz genötigt? In Interviews und Netzwerken bemühen sich Uma Thurman und der Regisseur um Aufklärung.

Quentin Tarantino und Uma Thurman
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Quentin Tarantino und Uma Thurman


Regisseur Quentin Tarantino bedauert es, die Schauspielerin Uma Thurman bei den Dreharbeiten für "Kill Bill" zu einem Stunt überredet zu haben, bei dem sie sich verletzte. "Das war eines der Dinge, die ich am meisten bereue in meinem Leben", sagte er dem Filmmagazin "Deadline" am Montag. Tarantino hatte Thurman vor etwa 15 Jahren überredet, mit einem Auto schnell über einen Waldweg zu fahren. Wie ein kürzlich veröffentlichtes Video zeigt, verlor die Schauspielerin dabei die Kontrolle über den Wagen, fuhr gegen einen Baum und verletzte sich an Hals und Knien.

"Sie gab mir die Schuld für den Unfall, und sie hat das Recht dazu", sagte der Regisseur. "Ich habe sie überredet, ins Auto zu steigen, versicherte ihr, dass die Straße sicher war. Und sie war es nicht."

In einem Post auf Instagram äußerte sich nun auch Thurman selbst zu dem Vorfall. Tarantino habe sein Verhalten vor dem Dreh der Szene ihr gegenüber "zutiefst bedauert" und ihr die Aufnahme des Unfalls zur Verfügung gestellt, um die Sache aufklären zu können. "Er hat das im vollen Bewusstsein getan, dass ihm das persönlich schaden könnte, und ich bin stolz auf ihn und seinen Mut, dass er das Richtige getan hat", schrieb sie.

Hinter dem Unfall stecke keine böse Absicht - anders als hinter dem Versuch, ihn geheim zu halten. Das sei aber nicht Tarantino zuzuschreiben, sondern unter anderem "dem berüchtigten Harvey Weinstein". Tarantino schildert in dem Interview, dass es schwierig gewesen sei, die Aufnahmen der Unfallszene zu finden. Er sei glücklich gewesen, als er sie Uma Thurman überreichen konnte, denn Harvey Weinstein habe ihr dies stets verweigert. Tarantino und Thurman hätten sich dann darüber beraten, auf welche Weise sie mit der "New York Times" sprechen und das Filmmaterial veröffentlichen würde.

"Einvernehmlich angespuckt"

Ausführlich beschreibt Tarantino im Interview, wie es seiner Meinung nach zum dem Unfall am Set gekommen war. Er sei den sandigen Waldweg in Mexiko selbst abgefahren und der Meinung gewesen, er sei auch für eine ungeübte Fahrerin wie Thurman sicher genug. In letzter Minute hätte er aufgrund der Lichtverhältnisse jedoch beschlossen, dass Thurman beim Dreh den Weg in die entgegengesetzte Richtung abfahren solle. "Das war eine schlechte Idee, ohne es vorher zu testen. In der anderen Richtung schien der Weg nicht mehr so gerade zu sein." Zusätzlich hätte das Gewicht der Kamera, die das Team auf den kleinen Karmann Ghia Sportwagen montiert hatte, dazu geführt, dass sich der Wagen anders lenkte.

Der Unfall war ans Licht gekommen, als die "New York Times" am Wochenende über Thurmans Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen Weinstein berichtete. Weinstein habe sie in einem Hotelzimmer bedrängt und angefangen, sich zu entblößen, sagte Thurman laut Artikel. Ähnliche Vorwürfe weiterer Frauen gegen Weinstein hatten die weltweite #MeToo-Debatte über Missbrauch ausgelöst.

Am Rande dieses Berichts schrieb die "New York Times" auch, dass Tarantino seiner Hauptdarstellerin Thurman beim Dreh für eine Szene in "Kill Bill" ins Gesicht gespuckt und sie mit einer Kette gewürgt habe. Das sei jedoch einvernehmlich mit Thurman geschehen, sagte Tarantino jetzt. Er habe echte Spucke verwenden wollen, damit die Szene echt wirkt, und er habe daher drei Mal auf die Schauspielerin gespuckt. "Uma sagte, wenn du wirklich einen vierten Take brauchst, mache einen vierten." Das Würgen mit der Kette sei sogar Thurmans Idee gewesen.

Laut Tarantino gibt es zwischen ihm und Thurman deswegen keinen Streit. "Uma war das ganze Wochenende ganz aufgebracht wegen des ganzen Aufstandes gegen mich", sagte er zu den Vorwürfen gegen ihn. Das habe Thurman nicht gewollt.

cpa/dpa



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