Umfrage Deutsche wollen mehr Frauen in Chefredaktionen

Mehr Frauen in die Chefetagen deutscher Medien - das fordert laut einer repräsentativen Umfrage die Mehrheit der Deutschen. Bislang sind bei deutschen Tageszeitungen 95 Prozent der Chefposten mit Männern besetzt.

Allein unter Männern: Miriam Meckel, Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche"
DPA

Allein unter Männern: Miriam Meckel, Chefredakteurin der "Wirtschaftswoche"


Mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) hält eine 30-Prozent-Quote für Frauen in Führungspositionen der deutschen Medienhäuser für "wichtig" bis "sehr wichtig". Das ergab eine Emnid-Umfrage, die die Initiative ProQuote Medien in Auftrag gegeben hatte. Bisher liegt der Frauenanteil an der Spitze von Tageszeitungen bei fünf Prozent. Die großen acht Online-Redaktionen werden sogar ausschließlich von Männern geführt.

"Weder Männer noch Frauen empfinden die HerrenKlubs an den Redaktionsspitzen als zeitgemäß", sagt ProQuote-Vorstand Birte Siedenburg, "erst recht nicht die jüngere Generation." 60 Prozent der 14- bis 29-Jährigen forderten demnach die Einführung einer solchen Quote. Auch 60 Prozent der Frauen votierten dafür, bei den Männern waren es 52 Prozent. Befragt wurden 1006 Bürgerinnen und Bürger im gesamten Bundesgebiet.

Der Verband ProQuote fordert seit 2012, dass in deutschen Redaktionen bis 2017 mindestens 30 Prozent aller Leitungspositionen mit Frauen besetzt sind. Ähnliche Ziele verfolgt die Initiative ProQuote Regie für den Frauenanteil bei Kino- und Fernsehfilmen. Vor wenigen Tagen hatte ARD-Programmdirektor Herres bekannt gegeben, für die Regie beim "Tatort" eine Frauenquote von 20 Prozent anzustreben. Auch die ARD-Tochter Degeto will künftig bei 20 Prozent ihrer Regieaufträge Frauen engagieren.

kae



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