Umkämpfte Ausstellung Moskau lässt Modernisten ziehen

Kein Bilderverbot mehr für London: Die bislang in Düsseldorf gezeigte Ausstellung russischer und französischer Meisterwerke darf nun doch nach England reisen. Sie kommt dort mit einer kulturpolitisch brisanten Vorgeschichte an.


Moskau/London - Die Ausstellung russischer und französischer Meisterwerke darf nun doch von Düsseldorf an die Themse ziehen. Die oberste russische Kulturbehörde gab nach Angaben der Agentur Itar-Tass vom Montag grünes Licht für die Schau "From Russia: French and Russian Master Paintings", nachdem Großbritannien zu Neujahr die nötige Gesetzgebung durchgebracht hatte.



Russland hatte die Ausstellung, die derzeit unter dem Titel "Bonjour Russland" in Düsseldorf gastiert, zunächst verhindern wollen, weil die Briten keine ausreichenden Garantien für die Rückkehr der rund 120 Kunstwerke nach Russland gegeben hatten. Wenn Großbritannien nun "alle technischen Fragen" kläre, werde die Schau direkt von Düsseldorf nach London gehen, erklärte der Vizechef der Behörde, Anatoli Wilkow.

Russland hatte befürchtet, dass Großbritannien die Gemälde russischer und französischer Impressionisten konfiszieren könnte, zumal Erben Besitzansprüche aus der vorrevolutionären Zeit geltend machen könnten. Das Bilderverbot für England hatte die kulturpolitischen Beziehungen zwischen den Ländern belastet, nachdem Moskau im Dezember die russischen Regionalbüros des Kulturinstituts British Council geschlossen hatte.

Beide Länder hatten jedoch versichert, dass das Ausstellungsdebakel nichts mit den diplomatischen Spannungen wegen des Mordes am Ex-Agenten Alexander Litwinenko zu tun habe. Die Schau ist für den 26. Januar in der renommierten Royal Academy of Arts im Herzen der britischen Hauptstadt angesetzt. Für die Ausstellung hatten sich erstmals die vier bedeutendsten Kunstmuseen Russlands zusammengetan, um in Düsseldorf ihre Leihgaben zu präsentieren.

Die Bilder von Cézanne, Renoir und Repin bis zu Picasso und Malewitsch zeichnen die Entwicklung und Einflussnahmen avantgardistischer Kunstströmungen in den Jahren 1870 bis 1925 zwischen Frankreich und Russland nach.

dan/dpa



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