Umstritten Sabrina Setlur erhält SPD-Kulturpreis

Unter strenger Abschirmung und heftiger Kritik der hessischen CDU erhält die Rapperin Sabrina Setlur am Donnerstag den mit einer fünfstelligen Summe dotierten Frankfurter SPD-Kulturpreis.


Gerät in die Mühlen des hessischen Wahlkampfs: Rapperin Setlur
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Gerät in die Mühlen des hessischen Wahlkampfs: Rapperin Setlur

Frankfurt/Main - Die hessische SPD hat bislang über die Höhe der Dotierung ihres "Skyline"-Preises ebenso geschwiegen wie über die Frage, ob Setlurs neuer Lebenspartner, Ex-Tennisprofi Boris Becker, zur Preisvergabe nach Frankfurt kommen wird. Im kleinen Mozartsaal der Alten Oper wird zuerst der SPD-Kandidat für die Frankfurter Oberbürgermeister-Direktwahl, Joachim Vandreike, zu rund 300 Gästen sprechen. Die Laudatio hält der ZDF-Moderator Johannes B. Kerner. Von Setlur wird nur ein kurzes Dankeswort erwartet, singen wird sie während der knapp einstündigen Veranstaltung nach bisheriger Planung nicht. Für die strengen Sicherheitsauflagen um den Pop-Star ist das Management von Setlurs Plattenfirma 3p aus Frankfurt-Rödelheim verantwortlich.

Mit der Ehrung will die SPD Setlur dafür würdigen, dass sie "in ihren Liedern die Empfindungen vieler junger Menschen" einfange. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Setlur das Preisgeld für einen gemeinnützigen Zweck spenden wird. Der SPD-Kulturpreis soll künftig alle zwei Jahre Frankfurter Persönlichkeiten aus Theater, Film, Literatur, Musik und Kunst verliehen werden, deren Leistungen "in die Bundesrepublik ausstrahlen".

Die Frankfurter CDU warf den Sozialdemokraten vor, statt für Zukunftspolitik nur für "Pop und Populismus" zu stehen. Mit der Vergabe des Preises während des Kommunalwahlkampfs trete die SPD "in eine Nur-Spaß-Gesellschaft" ein, kritisierte Frankfurts CDU-Chef Udo Corts am Mittwoch. Die Verleihung an Setlur sei ein "verzweifelter Versuch der SPD, sich bei der jungen Generation mit allen nur denkbaren Mitteln anzubiedern". Die Aktion zeige, "dass der SPD kein Mittel zu schade ist, in die Medien zu gelangen und irgendwie aufzufallen".



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