Umstrittene Pferde-Skulptur Zum Wiehern oder zum Weinen?

35 Tonnen wiegt die Pferdeskulptur, die seit einer Woche vor dem Berliner Hauptbahnhof steht. Ob die Plastik auch ein künstlerisches Schwergewicht ist, darüber wird nun heftig gestritten.


Berlin - Der Berufsverband Bildender Künstler Berlins (BBK) hat die Deutsche Bahn wegen des neuen Kunstwerks am Hauptbahnhof jetzt scharf kritisiert. Das "Rolling Horse", eine kreisförmige Figur, halb Pferd, halb Eisenbahnrad, sei von kaum zu überbietender Provinzialität, sagte heute der Vereinsvorsitzende Herbert Mondry.

Plastik "Rolling Horse" am Berliner Hauptbahnhof: Provinzell oder nur grell?
DPA

Plastik "Rolling Horse" am Berliner Hauptbahnhof: Provinzell oder nur grell?

In wesentlichen Merkmalen sei das Werk eine Replik der seit Jahren in Heidelberg stehenden Plastik "Sprinting Horse". Diese Vorlage habe der Bahnchef Hartmut Mehdorn als früherer Chef der Heidelberger Druckmaschinen AG in Auftrag gegeben. Auch die Skulptur am Hauptbahnhof sei nun von ihm ausgewählt worden.

Mondry kritisierte die Plastik als "Misshandlung des öffentlichen Raumes" und fragte, wer diese verantworten wolle - schließlich stehe das Werk an zentraler Stelle mit internationaler Breitenwirkung.

So wie hier dürfe sich die Bundesrepublik Deutschland, die die Eigentümerin der Bahn sei, nicht künstlerisch repräsentiert sehen, erklärte Mondry. Die Bundesregierung forderte er auf, ein seriöses Wettbewerbsverfahren für die künstlerische Gestaltung des Bahnhofvorplatzes auszuloben.

bos/ddp



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