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Tag der Deutschen Einheit: Unbekannte verwüsten DDR-Ausstellung in Stuttgart

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Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Stuttgart: Unbekannte verwüsten DDR-Ausstellung

Kurz vor dem Tag der Deutschen Einheit haben Unbekannte in Stuttgart eine Ausstellung über die DDR verwüstet. Die vermummten Täter rissen mehrere Ausstellungstafeln von den Wänden. Laut Polizeiangaben handle es sich um eine politisch motivierte Tat.

Stuttgart - Die Ausstellung "Die heile Welt der Diktatur? Herrschaft und Alltag in der DDR" sollte anlässlich des Tags der Deutschen Einheit in Stuttgart eröffnet werden. Doch noch in der Nacht zum Mittwoch verwüsteten vermummte Unbekannte die Schau. Der Anschlag auf die Ausstellung der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur war offensichtlich politisch motiviert, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Wie die "Stuttgarter Zeitung" berichtet, drangen rund 20 vermummte und "faschingsähnlich" kostümierte Täter am späten Dienstagabend ins Jugendhaus Mitte ein, rissen 14 der 30 Ausstellungstafeln von den Wänden und nahmen sie mit. Dem Veranstalter zufolge hat sich eine örtliche linksextreme Gruppierung zu dem Anschlag bekannt.

Die Ausstellung sollte im Rahmen der Feierlichkeiten rund um den Tag der Deutschen Einheit eröffnet werden, die in diesem Jahr von der baden-württembergischen Hauptstadt ausgerichtet werden.

lei/dpa

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Parteienystem der DDR
Parteienbildung nach 1945
Die Sowjetische Militäradministration ließ mit ihrem Befehl Nr. 2 vom 10. Juni 1945 zwar schon frühzeitig die Bildung von Parteien zu (die KPD, die SPD, die CDU und die LDPD). Sie tat dies jedoch vor allem, um die Richtung der Parteien von vornherein steuern zu können. Nachdem es kurzfristig so ausgesehen hatte, als könnten die Kommunisten einen eigenständigen deutschen Weg zum Sozialismus einschlagen, wurde jedoch bald deutlich, daß die sowjetische Führung nicht willens war, in ihrer Besatzungszone Parteien mit unterschiedlichen Konzeptionen zu dulden.

Zwangsvereinigung von KPD und SPD
Im April 1946 kam es zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD. Die neue Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) errang dank der sowjetischen Besatzungsmacht allmählich ein Machtmonopol. Die beiden anderen Parteien - die CDU und die LDPD - verloren ihre Eigenständigkeit. Der abgesetzte Vorsitzende der CDU Jakob Kaiser ging in den Westen; der konzessionsbereite Vorsitzende der LDPD Wilhelm Külz verstarb 1948.

In jenem Jahr wurden von der SED zwei weitere Parteien gegründet: die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD).

Blockparteien
Bis 1989 waren die Christliche Demokratische Union der DDR (CDU), die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD), die Liberale Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD) mit der Sozialistischen Einheitspartei (SED) im Demokratischen Block zusammengeschlossen. Als Blockparteien waren sie sowohl in der Volkskammer als auch in der Regierung vertreten - hatten jedoch nahezu keinen politischen Einfluss.

Die Bedeutung der Blockparteien, die die Führungsrolle der Kommunisten anerkannten, erwies sich für die SED als ambivalent. Einerseits schirmten sie deren Herrschaft ab, andererseits hatten sie auch für diejenigen eine Nischenfunktion, die sich der SED entziehen wollten.

Nationale Front
In der Nationalen Front der Deutschen Demokratischen Republik, die jeweils eine Einheitsliste für die Wahlen aufstellte, waren sämtliche Parteien zusammen mit den Massenorganisationen vereinigt. Zu ihnen gehörten der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund (FDGB), die Freie Deutsche Jugend (FDJ), der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD), der Kulturbund der DDR (KB) sowie die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). Diese Massenorganisationen sollten die Bürgerinnen und Bürger der DDR ideologisch erfassen, für die Ziele der SED gewinnen und letztlich auch kontrollieren.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung

Prominente Verurteilte

Egon Krenz, Staats- und Parteichef, 1997 zu sechseinhalb Jahren verurteilt, Reststrafe 2003 zur Bewährung

Heinz Keßler, DDR-Verteidigungsminister, 1993 zu siebeneinhalb Jahren verurteilt, Reststrafe 1998 zur Bewährung

Klaus-Dieter Baumgarten, Chef der DDR-Grenztruppen, 1996 zu sechseinhalb Jahren verurteilt, im Jahr 2000 begnadigt

Fritz Streletz, Generalstabschef NVA, 1993 zu fünfeinhalb Jahren verurteilt, Reststrafe 1997 zur Bewährung

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