Unesco Kriegsschäden an Kulturgut

Die Bombenangriffe der Alliierten haben erstmals irakische Kulturgüter in Mitleidenschaft gezogen. Die Unesco spricht von "alarmierenden Informationen" über die Ausmaße des Schadens.


Kriegsschäden an Kulturgut: Bombeneinschlag in Bagdader Palast
DPA

Kriegsschäden an Kulturgut: Bombeneinschlag in Bagdader Palast

Bagdad - Erste Kriegsschäden seien am Museum in Tikrit, der Geburtsstadt Saddam Husseins, am Museum in Mossul und an einem Palast in Bagdad mit einer Sammlung von Kunstobjekten zu verzeichnen, sagte Mounir Bouchenaki, Vizegeneraldirektor für Kultur, am Mittwoch in Paris.

Er habe sofort die amerikanischen Behörden von den Beschädigungen unterrichtet, so der Unesco-Beauftragte: "Ich mache mir große Sorgen um Basra und die beiden schiitischen heiligen Städte Nadschaf und Kerbala." Die Unesco hatte der US-Regierung und dem Militär vor Ausbruch des Krieges Listen und Karten bedeutender Kulturstätten übermittelt.

Irakische Kämpfer nutzen nun offenbar die Kulturdenkmäler als Schutz gegen Angriffe der Alliierten. Ein australischer Militärsprecher beschuldigte die Iraker am Mittwoch, bewusst Militärfahrzeuge vor den etwa 1500 Jahre alten Ruinen des Sassaniden-Palastes in Ktesiphon abgestellt zu haben.

Der denkmalgeschützte Königspalast am linken Ufer des Tigris liegt etwa 30 Kilometer süd-östlich von Bagdad. Das Land zwischen Euphrat und Tigris gilt als Wiege der Zivilisation, wo eine der ersten Hochkulturen der Menschheit entstand.

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