Unesco Stuttgarter Corbusier-Häuser zum Weltkulturerbe ernannt

Im dritten Anlauf geschafft: Die Bauten des Architekten Le Corbusier in sieben Ländern sind Welterbe - auch die Stuttgarter Weissenhofsiedlung.

Le-Corbusier-Haus in Stuttgart
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Le-Corbusier-Haus in Stuttgart


Zwei Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung gehören künftig zum Weltkulturerbe. Die Unesco nahm am Sonntag Bauwerke des Stararchitekten Le Corbusier in sieben Ländern in die Liste des Welterbes auf, wie die Kulturorganisation der Vereinten Nationen in Istanbul mitteilte.

Eigentlich sollte die Entscheidung bereits am Samstag fallen. Das Welterbekomitee hatte seine Sitzung aber wegen des Putschversuchs in der Türkei unterbrochen.

Der internationale Antrag für die Aufnahme der Le-Corbusier-Bauten war zuvor zweimal abgelehnt worden. An der überarbeiteten Form haben sich jetzt sieben Staaten von drei Kontinenten beteiligt. Neben Deutschland waren das Argentinien, Belgien, Frankreich, Indien, Japan und die Schweiz.

Der Antrag betonte die herausragende Bedeutung des schweizerisch-französischen Architekten und Stadtplaners Le Corbusier (1887-1965) für die Architektur des 20. Jahrhunderts.

Die Häuser der Stuttgarter Weissenhofsiedlung waren die einzige Nominierung aus Deutschland.

"Es ist ein großartiger Erfolg für ganz Baden-Württemberg", sagte Baden-Württembergs neue Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut. Die Gebäude seien ein Vorbild für moderne Wohnweise und Ästhetik.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: "Le Corbusiers Impuls, günstige Wohnungen mit innovativen Grundrissen und neuen Materialien zu bauen, ist noch immer wegweisend und muss daher Ansporn für unsere Architekten und Stadtplaner sein."

Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen

Die Weissenhofsiedlung gilt als eines der bedeutendsten Zeugnisse moderner Architektur. Auf einem Hügel entstanden 1927 in wenigen Monaten 33 kubische Flachdachhäuser. 17 Architekten schufen ein mustergültiges Wohnprogramm für den modernen Großstadtmenschen.

Le Corbusier erregte mit seinen "Wohnmaschinen" die größte Aufmerksamkeit. In seinem Doppelhaus lässt sich das Wohnzimmer durch Schiebewände und Schiebebetten in mehrere Schlafzimmer verwandeln.

Nach Unesco-Angaben waren insgesamt 27 Stätten für die Aufnahme in die Liste des Welterbes nominiert. Zuvor waren bereits die Gorham-Höhlen im Küstengebirge von Gibraltar und acht weitere Stätten zum Welterbe ernannt worden. Die restliche Tagung soll im Herbst in Paris fortgesetzt werden.

Sehen Sie hier alle Entscheidungen und Nominierungen:

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Unesco: Diese Stätten kommen auf die Welterbeliste

lov/dpa



insgesamt 33 Beiträge
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Seite 1
movfaltin 17.07.2016
1. Verstehe ich nicht
Aha, UNESCO Welterbe also. Als Laie meine ich: WTF? Verschleudern die jetzt schon ihre Welterbetitel dermaßen? Gibt's da Geld für die Jury, wenn sie "Ja" sagt?
KingKnecht 17.07.2016
2. Mein Beileid
An alle die so eine Immobilie besitzen und irgendwann umbauen/abreißen wollen.
callewirsch 17.07.2016
3. Verstehe ich schon
Als Profi kann ich nur sagen, höchste Zeit. Es wäre nur schön die beiden ausgezeichneten Häuser aus der Weissenhof Siedlung zu zeigen und nicht nur eines. Zudem dann noch zwei für den Laien 'ungünstige' Bilder und schon ist die gute Nachricht vergrätzt. LeCorbusier's Gesamtwerk ist in seiner Vielfalt sicher bewundernswert. Auch seine abstrusen Ideen...
zensurgegner2016 17.07.2016
4.
Egal wie man dazu steht Die Wissenhofsiedlung wäre beinahe einem Wutbürgerstrum zum Opfer gefallen, und sollte auch kurz nach Erstellung wieder abgerissen werden Zu Teuer war es sowieso, viel besser hätt man.... zumindest war das die Meinung der Wutbürger
RudiRastlos2 17.07.2016
5.
Es hätte in Deutschland bessere Kandidaten gegeben, z.B. das Schloß und den Garten von Schwetzingen (Ich glaube, die hatten es letztes oder vorletztes Jahr vergeblich versucht).
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