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Unesco-Urteil: Limes ist Kulturerbe, Heidelberg muss warten

Der 550 Kilometer lange römische Grenzwall Limes, der die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg durchzieht, ist zum Weltkulturerbe erklärt worden. Die Altstadt von Heidelberg muss noch auf einen Platz auf der Unesco-Liste warten.

Limes bei Bad Homburg: System aus Palisaden, Wällen, Gräben und Mauern
AP

Limes bei Bad Homburg: System aus Palisaden, Wällen, Gräben und Mauern

Durban - Das entschied das zuständige Unesco-Komitee heute bei einem Treffen im südafrikanischen Durban, wie die Deutsche Limeskommission in Bad Homburg mitteilte. Beantragt hatten die Aufnahme des römischen Grenzwalls in die Welterbeliste die vier Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Durch ihr Gebiet verläuft der 550 Kilometer lange Limes, der vor knapp 2000 Jahren das römische Imperium von den Germanen trennte.

Der obergermanisch-rätische Limes - so die offizielle Bezeichnung - stellt das größte archäologische Bodendenkmal in Europa dar. Etwa ab dem Jahr 100 bauten ihn die Römer zu einer zusammenhängenden Grenzbefestigung aus. Von Koblenz über den Taunus, den Odenwald, die Schwäbische Alb bis nach Regensburg reihten sich in der letzten Ausbaustufe 900 Wachttürme und 120 Kastelle aneinander. Dazwischen bestand ein komplexes System aus Palisaden, Wällen, Gräben und Mauern.

Weltweit umfasst die Unesco-Liste bereits knapp 800 Kultur- und Naturstätten, davon 30 in Deutschland. Der Antrag für den Limes war international ausgerichtet: In Verbindung mit dem bereits 1987 zum Welterbe erklärten Hadrianswall - dem britischen Limes - bildet der hiesige Grenzwall nunmehr ein grenzüberschreitendes Denkmal. Die Anregung dafür stammte von der Unesco selbst.

Altstadt von Heidelberg: Antrag nachbessern
DPA

Altstadt von Heidelberg: Antrag nachbessern

Heidelbergs Altstadt darf sich vorerst nicht mit dem begehrten Titel Weltkulturerbe schmücken. Das Welterbe-Komitee der Unesco beschloss, über den Antrag zur Aufnahme von Schloss und Altstadt erst auf seiner nächsten Tagung im Sommer 2006 in Paris zu entscheiden. Heidelberg habe damit Gelegenheit, seinen Antrag zu ergänzen und nachzubessern.

Das Welterbe-Komitee hatte den Heidelbergern nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums empfohlen, im neuen Antrag den "außergewöhnlichen universellen Wert" des Ensembles noch mehr zu verdeutlichen. Der weltweite Rang von Schloss, Stadt und Landschaft Heidelbergs müsse auch im Vergleich mit europäischen Welterbe-Stätten wie Prag, Krakau, Salzburg oder Wien betont werden.

Zu den neu beschlossenen Neuaufnahmen gehört außer dem Limes einer der weltweit größten und ältesten Meteoritenkrater in Südafrika, die Ausweitung zweier bereits gelisteter prähistorischer Stätten, die norwegischen Fjorde Geiranger und Naeroy, Japans Shiretoko-Halbinsel, ein prähistorisches Tal in Ägypten, Mexikos Inselarchipel im Golf von Kalifornien, Thailands Dong Phayayen-Khao Yai-Waldkomplex, Panamas Coiba-Nationalpark und benachbarte Gebiete am indischen Blumental-Nationalpark im Himalaja und dem britischen St-Kilda-Inselarchipel.

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