Untersuchungsergebnis Schleichwerbung bei Jauch war "Zufall"

In seiner Quizshow stellte Günter Jauch einem Kandidaten die Frage nach dem Wirkstoff Hyaluron, kurz darauf wurde er in einem Spot für Hautcreme beworben. Zufall oder Absicht? Die Landesmedienanstalt ging dem Verdacht auf Schleichwerbung nach und befand: Zufall.


Hamburg – Viel Lärm um nichts? Der Verdacht auf Schleichwerbung in Günther Jauchs Show "Wer wird Millionär?" sei "wirklich Zufall" gewesen. Zu diesem Schluss kam jedenfalls die für RTL zuständige Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) nach der Prüfung des Falls, wie eine Sprecherin mitteilte.

Streitfall Hautcreme in "Wer wird Millionär?": Keine Schleichwerbung, sondern "Zufall"
DPA

Streitfall Hautcreme in "Wer wird Millionär?": Keine Schleichwerbung, sondern "Zufall"

In seiner Sendung hatte Jauch laut einem Bericht des Magazins "Focus" einen Kandidaten nach einem Kosmetikwirkstoff gefragt. Kurz danach hatte der Sender dann einen Werbespot für eine Hautcreme gezeigt, der mit genau dieser Substanz warb. RTL bestritt jedoch von Anfang an einen Zusammenhang zwischen der Frage und dem nachfolgenden Werbespot.

In der Sendung am 8. Dezember ging es um 32.000 Euro. Jauch fragte seinen Kandidaten: "Die körpereigene Hyaluronsäure macht neuerdings Karriere als: A: Verhütungsmittel, B: Anti-Falten-Mittel, C: Nikotinersatzstoff, D: Appetitzügler." Der Kandidat war sich nicht ganz sicher mit der Antwort und favorisierte Antwort D, den Appetitzügler. In der Bedenkzeit sendete RTL einen Werbeblock, in dem auch ein Spot für die Hautcreme Eucerin lief. Der Hersteller Beiersdorf wirbt mit der Botschaft: "Für Dermatologen ist Hyaluron der Schlüssel zur effektiven Faltenbekämpfung", deshalb habe man "jetzt eine hoch wirksame Pflege entwickelt, die hauteigenes Hyaluron aktiviert und so selbst tiefe Falten von innen auffüllt."

Der Kandidat, der sich aber letztlich nicht für die richtige Antwortmöglichkeit B entschied, scheiterte mit seiner Antwort und ging mit 16.000 Euro nach Hause.

Wie die NLM mitteilte, werde man den Vorgang nicht zur weiteren Prüfung an die Gemeinsame Stelle Programm, Werbung und Medienkompetenz abgeben. Der Fall ist für die NLM damit abgeschlossen.

kam/dpa



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