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Deutscher Architekt ausgezeichnet: Das weltbeste Hochhausprojekt

Architektur-Preis: Visionär modernen Wohnens Fotos
DPA/ The Interlace by OMA/ Ole Scheeren/ Iwan Baanie

Der Deutsche Ole Scheeren erhält den "Urban Habitat Award" - der Architekturpreis wird ihm für einen Apartmentkomplex in Singapur verliehen. Die Anlage besticht durch natürliche Kühlung und Belüftung.

Hamburg/Singapur - 1040 Wohnungen, mehrere Innenhöfe und viele begrünte, gemeinschaftlich nutzbare Flächen: Der Apartmentkomplex "The Interlace" in Singapur ist ein Großprojekt mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit. Für die im tropischen Singapur notwendige Kühlung wurde der Wind und für die Verglasung die Bahn der Sonne berechnet. Viele Gebäudeteile werden natürlich belüftet. In den beschatteten Innenhöfen finden sich Marktplatz, Theater, Schwimmbad, Bambusgarten, Teich und ein als Spielplatz genutzter Hügel. Die Feuerwehrzufahrt wurde als Joggingstrecke ausgebaut.

Entworfen hat den Komplex der deutsche Architekt Ole Scheeren. Nun wird die Anlage mit einem internationalen Architekturpreis ausgezeichnet: Als das beste Hochhausprojekt im städtischen Lebensraum. Den neu geschaffenen "Urban Habitat Award" verlieh erstmals der Rat für Hochhäuser und urbanes Wohnen (CTBUH) in Chicago. Das Projekt zeige die Möglichkeiten, mit Hochhäusern qualitätsvollen städtischen Raum zu schaffen, wenn man Wolkenkratzer nicht nur als einsam stehende, unverbundene Symbole betrachte, begründete die Jury ihre Entscheidung.

"Die Idee war, eine vertikale Dorfstruktur zu schaffen", sagte der 43-jährige Scheeren der Nachrichtenagentur dpa in Peking. "Es ging um die Frage, wie wir den Lebensraum der Menschen sowohl im individuellen als auch im kommunalen Sinn neu definieren und daraus eine Gebäudestruktur entwickeln können."

Scheeren hatte das Projekt noch als Partner im Office for Metropolitan Architecture (OMA), dem Büro des Stararchitekten Rem Koolhaas, entworfen. 2010 hat er sich selbstständig gemacht. Sein Architekturbüro in Chinas Hauptstadt zählt 40 bis 50 Mitarbeiter und baut derzeit Projekte in Peking, Kuala Lumpur, Bangkok und Singapur.

Bereits 2013 erhielt er für sein Engagement in Fernost einen wichtigen Architekturpreis: Der von ihm für OMA entworfene Bau der Sendezentrale von Chinas Staatsfernsehen CCTV in Peking wurde als weltweit bestes Hochhaus ausgezeichnet.

cbu/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Wenn Geld keine Rolle spielt,
pace335 27.06.2014
dann kommt sowas raus.
2. Die Auszeichnung erfolgte zurecht!
mcvitus 27.06.2014
Zweckmäßige Architektur verbunden mit einer so noch nie gesehenen Ästhetik ist richtungsweisend. Leider musste er dazu ins Ausland gehen, weil in Deutschlands Genehmigungsbehörden kleinkarierte Pupser sitzen, die jeden Entwurf mit ihren Einwänden solange blockieren und verändern, bis vom ursprünglichen kühnen Entwurf nichts mehr übrig ist. Ich habe das über Jahre hinweg erleben müssen, nicht bei "kühnen Entwürfen" sondern schon bei etwas extravagante den Einfamilienhäusern, die optisch nicht in den mageren Einheitsbrei des von Spielern erstellten Bebauungsplan passten. Auf jeden Fall, nochmals Gratulation an den innovativen Planer!
3. Deutsche Architekten
kenterziege 27.06.2014
Zitat von sysopDPA/ The Interlace by OMA/ Ole Scheeren/ Iwan BaanieDer Deutsche Ole Scheeren erhält den "Urban Habitat Award" - der Architekturpreis wird ihm für einen Apartmentkomplex in Singapur verliehen. Die Anlage besticht durch natürliche Kühlung und Belüftung. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/urban-habitat-award-architekt-scheeren-fuer-singapur-komplex-geehrt-a-977844.html
...arbeiten überall in der Welt. Singapur ist nur ein, aber ein prägnantes, Beispiel dafür. Ich bin jedes Jahr in Singapur. Diese wundervolle Stadt ist mit ehemals deutschen Tugenden von einer runtergekommenen engl. Kolonie zur reichsten Stadt der Welt geworden: Disziplin, Fleiß und Bildung. Jedes mal , wenn ich aus Singapur komme und in Frankfurt aussteige, fällt mir schon dieser nicht mehr neue Fraport negativ auf. Aber Berlin ist dann gegen Singapur ein armes, linkes Dreckloch. Viele Leutebaus Singapur wollten in Berlin investieren. Meinecke 10 in der Meineckestrasse ist nur ein Beispiel. Aber oft klappt das nicht, die Leute ihren Kiez erhalten wissen wollen. Klar - solche Gebäude , wie auf dem Bild , entstehen in Berlin unter Wowereit nicht.
4. fast eingezogen
enno82 27.06.2014
Ich arbeite nebenan und waere fast vor einem monat eingezogen. Kenne viele Hochhausappartments aber Interlace ist wirklich beeindruckend. Es macht mich stolz hier herauszufunden, dass ein Deutscher das Dingen gebaut hat! Top Arbeit!
5. @pace335
externaleffect 27.06.2014
war klar das so ein Kommentar rauskommt. Ist doch ein schöner Gebäudekomplex. Singapore hat bekanntlich Platzprobleme. Ich würde mir für Megametropolen wünschen, dass größere Flächen berücksichtigt werden und ein besseres Logistikkonzept für die Stadtteile erdacht wird. So hätten wir noch mehr Raum für Menschen und Grünflächen.
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