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Urheberrecht: Autoren und Verleger kritisieren Gesetzesnovelle

Schulterschluss gegen den Gesetzentwurf: In einem offenen Brief kritisieren über 250 Betroffene das geplante Urheberrechtsgesetz. So sabotiere es die eigentlichen Ziele, sagte Hans Magnus Enzensberger dem SPIEGEL.

Schriftsteller Enzensberger: Einer von über 250 Unterzeichnern gegen die Urheberrechtsgesetzesnovelle Zur Großansicht
DPA

Schriftsteller Enzensberger: Einer von über 250 Unterzeichnern gegen die Urheberrechtsgesetzesnovelle

Mehr als 250 Schriftsteller, Verleger und Agenten protestieren in einem offenen Brief gegen den Entwurf für ein neues Urhebergesetz aus dem Bundesjustizministerium.

"Die vorgelegte Gesetzesnovelle dient weder dem Interesse der Autoren noch der Bewahrung unserer vielfältigen Kulturlandschaft", heißt es in dem Schreiben, das dem SPIEGEL vorliegt und das am Freitag auch auf der Website Offenerbrief.org veröffentlicht wird. "Dieses Reformvorhaben sabotiert die Ziele, die es zu erreichen glaubt", sagte Hans Magnus Enzensberger dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der Protest der Intellektuellen wendet sich im Besonderen gegen das geplante Rückrufsrecht, das es Autoren gestatten würde, ihre Werke nach fünf Jahren von einem Verlag abzuziehen und zu neuen Konditionen anzubieten. In der Literaturbranche fürchtet man, dass dieses Gesetz kleinen, unabhängigen Verlagen die Arbeitsgrundlage entziehen könnte. Buchpreisträger Frank Witzel kritisiert im SPIEGEL, dass Verleger und Autoren durch die Gesetzesnovelle zu Antagonisten mit unterschiedlichen Interessen aufgebaut würden.

Bundesjustizminister Heiko Maas verteidigt den Entwurf: "Wir haben das Rückrufsrecht flexibel gestaltet. Der wirtschaftliche Erfolg bei der Verwertung eines Nutzungsrechts soll sich für den Urheber positiv auswirken. Das ist der Grundgedanke des Urheberrechts."

Zu der Liste der Erstunterzeichner gehören namhafte Verleger wie Jonathan Landgrebe (Suhrkamp), Jonathan Beck (C.H. Beck), Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch) und Georg Reuchlein (Random House); unter den mehr als 200 Autoren sind neben Hans Magnus Enzensberger auch Navid Kermani, Sibylle Lewitscharoff, Jürgen Habermas, Durs Grünbein, Peter Handke, Ingo Schulze, Alexander Kluge, Rüdiger Safranski.

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