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20. Mai 2013, 12:28 Uhr

US-Abhöraffäre

Associated Press beklagt Arbeitsbedingungen

Das US-Justizministerium hat über Monate die Telefone von Journalisten der Associated Press bespitzelt. Nun klagt die Nachrichtenagentur, dass wichtige Verbindungsleute in Behörden und Politik nicht mehr offen mit ihr sprechen wollen.

Hamburg/Washington - Nach der Telefon-Bespitzelung von Journalisten der Associated Press (AP) klagt die Presseagentur darüber, dass die Recherchearbeit erheblich erschwert wurde. Hochrangige Personen seien derzeit zurückhaltend mit Interviews, erklärte AP-Chef Gary Pruitt dem Sender CBS. "Sie sorgen sich, dass sie von der Regierung beobachtet werden könnten."

Das Justizministerium hat sich über Monate heimlich Verbindungsdaten von AP-Reportern verschafft. Der Fall steht im Zusammenhang mit einem AP-Bericht vom Mai 2012 über einen vom CIA und anderen Geheimdiensten ausgeführten Einsatz, durch den al-Qaida im Jemen daran gehindert worden sein soll, eine Bombe in einem Flugzeug auf den Weg in die USA zu zünden. US-Justizminister Eric Holder hatte vor wenigen Tagen eine Überwachung gerechtfertigt. Er erklärte, es habe sich um ein sehr ernstes Informationsleck gehandelt, durch das es eine Gefährdung der amerikanischen Bevölkerung gegeben habe.

AP-Chef Pruitt hatte das Handeln des Ministeriums in einem Brief an den Justizminister als "massiven und noch nie dagewesenen Eingriff" kritisiert. Rund 50 Nachrichtenorganisationen haben sich in einem Brief an Holder über die Bespitzelung beschwert.

Die zuletzt wegen mehrerer Affären in die Defensive geratene Regierung von Präsident Barack Obama hat in der vergangenen Woche einen besseren Schutz journalistischer Quellen in Aussicht gestellt. So soll ein 2009 gescheiterter Gesetzentwurf erneut eingebracht werden.

cbu/Reuters

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