US-Magazin "Newsweek" soll für einen Dollar verkauft werden

Das Nachrichtenmagazin "Newsweek" gehörte jahrzehntelang zu den US-Leitmedien - jetzt soll es für nur einen Dollar verramscht werden. Käufer ist Multimillionär Sidney Harman, der die Schulden der Zeitschrift übernimmt.

"Newsweek"-Zentrale in New York: Verkauf an Hi-Fi-Millionär Sidney Harman
dpa

"Newsweek"-Zentrale in New York: Verkauf an Hi-Fi-Millionär Sidney Harman


New York - Der Verlag der "Washington Post" verkauft sein Wochenmagazin "Newsweek" an Sidney Harman, den Gründer des Hi-Fi-Komponenten-Herstellers Harman International Industries. Harman habe zugesagt, die meisten "Newsweek"-Beschäftigten zu behalten, teilte Verlagschef Donald Graham mit.

Die Geschichte von "Newsweek" in den vergangenen Jahren gehört zu den traurigsten Kapitel der US-Mediengeschichte. Das Magazin, das jahrzehntelang mit dem "Time Magazine" zu den Leitmedien des Landes gehörte, macht allein in diesem Jahr einen Verlust von geschätzten 70 Millionen Dollar. Dementsprechend fällt der Kaufpreis aus: angeblich ein Dollar, wobei der Investor die Schulden der Zeitschrift übernimmt.

"Wir sehen für 'Newsweek' keinen dauerhaften Weg zur Profitabilität", hatte Graham im Frühjahr dem SPIEGEL gesagt. Wegen eines kontinuierlichen Auflagen- und Anzeigenrückgangs steckt das Blatt seit 2007 in den roten Zahlen. Der Verlust betrug im vergangenen Jahr mehr als 28 Millionen Dollar.

Nach etlichen vergeblichen Sanierungsversuchen durch die "Washington Post" stand "Newsweek" bereits seit gut zwei Monaten zum Verkauf. Trotz eines harten Sparkurses zeichnete sich keine Perspektive ab, allein im ersten Halbjahr 2010 fielen die Werbeeinnahmen um fast zehn Prozent. Die Ausgaben waren zuletzt kaum 60 Seiten stark.

luk/apn

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