Münchner Kunstschatz USA kritisieren Deutschland für Umgang mit Gurlitt-Fund

Wer sind die rechtmäßigen Besitzer der Bilder aus dem Münchner Kunstschatz? Jetzt schaltet sich sogar die US-Regierung in den Gurlitt-Fall ein: Washington kritisiert laut "Wall Street Journal" die mangelnde Transparenz der deutschen Behörden.


München - Die US-Regierung hat das Vorgehen der deutschen Behörden im Zusammenhang mit dem Münchner Kunstschatz indirekt kritisiert. Die Bundesregierung solle transparenter mit dem Vorgang der Rückgabe der von den Nationalsozialisten konfiszierten Kunst umgehen, wird ein US-Offizieller vom "Wall Street Journal" ("WSJ") zitiert.

Das US-Außenministerium wolle demnach von Deutschland einfordern, die Verjährungsfrist in diesem Fall aufzuheben. Seit Ende der sechziger Jahre erlöscht der Anspruch auf Rückerstattung jüdischen Eigentums gemäß der gesetzlichen Verjährungsfrist nach 30 Jahren - es sei denn, es kann dem zwischenzeitlichen Eigentümer nachgewiesen werden, dass er wusste, dass die Gegenstände aus Diebesgut stammten.

Zudem wirft die US-Regierung den deutschen Behörden dem "WSJ" zufolge vor, gegen das Washingtoner Abkommen von 1998 zu verstoßen. Damit habe sich Deutschland verpflichtet, alles zu tun, um den jüdischen Familien das Auffinden ihres Eigentums zu ermöglichen. Außerdem fordern die Vertreter der US-Regierung auch, eine vollständige Liste der aufgetauchten Bilder zu veröffentlichen. Das hat die zuständige Staatsanwaltschaft Augsburg trotz internationalen Drucks bisher abgelehnt.

Bei vielen Museen und Familien von Kunstsammlern war nach dem spektakulären Kunstfund Hoffnung aufgekommen, dass sich unter den lange als verschollen geglaubten Werken welche befinden, die rechtmäßig ihnen gehören. Nicht nur in den USA, auch in anderen Ländern wird kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft die Sammlung unter Verschluss hält, in der auch viele von den Nazis geraubte Bilder vermutet werden.

Der Berliner Rechtsanwalt und Kunstexperte Peter Raue hat sich am Donnerstag für einen Deal mit dem Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt ausgesprochen, in dessen Wohnung die Bilder entdeckt worden waren. "Er überlässt die Werke dem Staat und geht dafür straffrei aus. Das würde die Rückgabe an berechtigte jüdische Familien oder Museen erheblich vereinfachen", sagte Raue dem Berliner "Tagesspiegel".

vks/dpa



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friedenspfeife 07.11.2013
1. Ja ist klar nee
Zitat von sysopAFPWer sind die rechtmäßigen Besitzer der Bilder aus dem Münchner Kunstschatz? Jetzt schaltet sich sogar die US-Regierung in den Gurlitt-Fall ein: Washington kritisiert laut "Wall Street Journal" die mangelnde Transparenz der deutschen Behörden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/us-regierung-kritisiert-deutschland-fuer-umgang-mit-gurlitt-fund-a-932296.html
die USA sind ja der Ausbund der Transparenz. Wann sagt D denen eigentlich mal, das sie besser die Klappe halten sollten????
jdm11000 07.11.2013
2. Moralkeule der Amis...
Zitat von sysopAFPWer sind die rechtmäßigen Besitzer der Bilder aus dem Münchner Kunstschatz? Jetzt schaltet sich sogar die US-Regierung in den Gurlitt-Fall ein: Washington kritisiert laut "Wall Street Journal" die mangelnde Transparenz der deutschen Behörden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/us-regierung-kritisiert-deutschland-fuer-umgang-mit-gurlitt-fund-a-932296.html
... ist sowas von platt und durchscheinend. Die Amis selber geben NIE Auskunft, wenn das nicht in ihrem Interesse ist. Da helfen auch keine internationale Verträge! Ganz im Gegenteil: hat nicht genau dieser Staat einem Europäischem Land mit dem Einsatz der Atombombe und der Armee im allgemeinen gedroht, wenn dort ein US Bürger vor dem internationalem Strafgerichtshof stünde? Eben! Die Amis haben nur dann Moral, wenn es ihnen selber nützt. Alles andere ist ihnen gleich!
spon-facebook-694210307 07.11.2013
3. optional
soso..amerikanische behörden kritisieren die magelnde transparenz..is klar
rosenvater 07.11.2013
4. Aufforderung
"Das US-Außenministerium wolle demnach von Deutschland einfordern, die Verjährungsfrist in diesem Fall aufzuheben." Hm. Aber wenn Deutschland die USA auffordert, ihre strafbaren Spionage-Aktionen zu unterlassen, dann nennt man das hysterisch...
MartinK. 07.11.2013
5. Ja Hmm
Zitat von sysopAFPWer sind die rechtmäßigen Besitzer der Bilder aus dem Münchner Kunstschatz? Jetzt schaltet sich sogar die US-Regierung in den Gurlitt-Fall ein: Washington kritisiert laut "Wall Street Journal" die mangelnde Transparenz der deutschen Behörden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/us-regierung-kritisiert-deutschland-fuer-umgang-mit-gurlitt-fund-a-932296.html
So ganz sicher wem die Bilder gehören bin ich mir nicht, aber den USA sicherlich nicht.
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